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Große Friedfische mit pflanzlichen Ködern zu angeln ist sehr erfolgreich. [Bildquelle: © René Schulze]

Große Friedfische mit pflanzlichen Ködern

Große Friedfische mit pflanzlichen Ködern

Große Friedfische mit pflanzlichen Ködern zu angeln ist keine neue Methode. In der heutigen Zeit jedoch, in der dich die Angelindustrie mit modernen und teuren Produkten zuschüttet, ist ein kleiner Rückblick auf Großvaters Köder sehr lohnenswert. Boilies, chemische Duftstoffe und moderne Futtersorten sind in stark beangelten Gewässern den Fischen bereits sehr bekannt. Oft reagieren sie schon misstrauisch und beißen schlechter oder gar nicht mehr. Pflanzliche Köder aus dem Supermarkt bilden hingegen eine preiswerte Alternative, die für so manche Überraschung sorgen kann. Ich zeige dir in diesem Bericht, was du beim Angeln mit Erbsen und Co. zu beachten hast und wie du große Friedfische mit pflanzlichen Ködern auf einfache Art fangen kannst.

Unter welchen Bedingungen solltest du große Friedfische mit pflanzlichen Ködern beangeln?

Wie bereits erwähnt, stehen viele unserer Gewässer unter starkem Angeldruck. Das liegt daran, dass sie zum einen gut erreichbar sind und zum anderen von den Vereinen so gepflegt werden, dass du kein Buschmesser brauchst, um dir einen Angelplatz herzurichten.

Regelmäßiger Besatz mit Karpfen lockt in der warmen Jahreszeit zusätzlich immer wieder zahlreiche Petrijünger an die ausgetretenen Ufer dieser Gewässer. Die meisten von ihnen versuchen dann, ein dickes Rüsselmaul auf die Schuppen zu legen.

Aber unsere Karpfen sind mittlerweile nicht mehr so blöd, um auf jeden eingeworfenen Boilie hereinzufallen. Und genau das ist jetzt die Chance für alternative Köder, zum Beispiel Erbsen, Kichererbsen und Mais.

Die Vorteile dieser pflanzlichen Köder sehe ich vor allem in folgenden Aspekten:

  • Sie ähneln der natürlichen Nahrung mehr als Boilies und andere vergleichbare Köder.
  • Sie werden wenig oder gar nicht benutzt, so dass die Fische keine schlechten Erfahrungen mit ihnen haben.
  • Pflanzliche Köder sind preiswert.
  • Vor allem Köder aus der Dose sind leicht zu beschaffen.
  • Erbsen und Mais lassen sich gut als Hakenköder und zum Anfüttern verwenden.

An einem Freitag-Nachmittag im September waren es genau diese Vorteile, die es mir ermöglichten, schnell noch einmal für 2 Stunden mit dem Stippzeug zum Hausgewässer zu fahren. Kurz am Supermarkt vorbei und ich hatte alles, was ich zum Angeln auf große Friedfische mit pflanzlichen Ködern brauchte.

Mais, Kichererbsen, gelbe Erbsen und Kidneybohnen sind hervorragende Köder für große Friedfische
Im Supermarkt fand ich Mais, Kichererbsen, gelbe Erbsen und Kidneybohnen. [Bildquelle: © René Schulze]

Vorbereitung des Angelns auf große Friedfische mit pflanzlichen Ködern

Seit den Sommerwochen hatte ich bereits meine Karpfenmontagen für das Angeln mit Pellets fertig gebaut. Genau diese wollte ich nun wieder verwenden, denn besonders Karpfen stehen auf unseren Supermarkt-Schmaus.

Im Prinzip verwendete ich dazu eine leichte 0,75 g Pose an 27er Hauptschnur und 25er Vorfach. Für eine Rollenrute wäre das wohl etwas zu dick, aber ich wollte wieder mit meiner Kopfrute an einer hindernisreichen Stelle angeln, die mir in diesem Jahr schon einige gute Fische brachte. Als Haken wählte ich ein stabiles Rundbogenmodell, das etwa den gleichen Durchmesser wie der Hakenköder hatte.

Meine bewährte Angelstelle für große Friedfische in diesem Gewässer
Meine bewährte Angelstelle für große Friedfische in diesem Gewässer. [Bildquelle: © René Schulze]

Wenn du dein Angeln schon länger planst, dann ist es sinnvoll, deine Angelstelle mindestens 3 Tage vorher täglich anzufüttern. Wirf dabei aber nur wenige lose Köder ein. Wenn du beispielsweise mit Mais angeln möchtest, dann reichen 1 bis 2 Hände voll. Nimmst du hingegen Kichererbsen, dann wirf etwa 30 Stück pro Tag ein.

Mein Angelausflug war spontan, so dass ich vorher nicht angefüttert hatte. Aus diesem Grund rührte ich noch eine Tüte Grundfutter an und aromatisierte es mit flüssigem Brassensüßstoff. Außerdem packte ich noch eine Dose eines kichererbsengroßen Pop-up-Köders ein. Dieser sollte zum Einsatz kommen, wenn die Fische am Platz sind, aber den durch den Haken recht schweren Köder verschmähen. Ich kann bereits vorweg nehmen, das ich die schwebenden Schummelkugeln nicht brauchte.

Nach dem Öffnen der Dosen befüllte ich meine Köderbehälter und mit dem Rest meinen Magen.

Köderpalette pflanzlicher Köder
Die Köderpalette könnte jedes Veganer-Buffett in den Schatten stellen. [Bildquelle: © René Schulze]

Aufgaben der einzelnen pflanzlichen Köder

Normalerweise hätte eine Dose Kichererbsen gereicht, aber ich stellte bereits im Supermarkt folgende Überlegungen an:

Die Kichererbsen sollten meine Hauptköder bilden. Weitere Einzelheiten zu diesem bemerkenswerten Köder erzähle ich dir im nächsten Abschnitt.

Mit den gelben Erbsen aus der großen Dose und dem Mais wollte ich die Brassen ansprechen, die als Schule unterwegs sind und zum Verweilen einen kleinen Köderteppich bevorzugen.

Die roten Kidneybohnen sollten als kleiner Farbtupfer auf den Futterplatz aufmerksam machen und vor allem die Karpfen ansprechen.

Erbsen und Bohnen sind sehr proteinreich und für die großen Weißfische zu dieser Jahreszeit sehr anziehend.

Kichererbsen – ein besonderer pflanzlicher Köder

Als es vor einigen Jahrzehnten noch keine Boilies und künstlichen Aromen gab, verwendeten die Angler viel mehr pflanzliche Köder zum Angeln. In alten Büchern habe ich als Kind von Kartoffeln gelesen, mit denen dicke Karpfen gefangen wurden.

Heute hast du wieder gute Chancen, große Friedfische mit pflanzlichen Ködern zu fangen. Am liebsten verwende ich dazu die Kichererbsen. Diese kannst du als Trockenerbsen kaufen und musst sie dann erst vorbereiten.

Dazu übergießt du sie mit Wasser und lässt sie etwa 24 Stunden weichen und quellen. Sie verdoppeln dabei nahezu ihren Durchmesser! Danach musst du sie noch etwa 20 Minuten kochen. Dieser Aufwand lohnt sich aber nur dann, wenn du gezielt Karpfen fangen und schon mehrere Tage vorher Kichererbsen zum Anfüttern benötigst.

Wenn du diese Prozedur nicht wie beschrieben durchführst und die trockenen Kichererbsen zum Anfüttern und Angeln verwendest, dann schadest du den Fischen. Wenn die Erbsen nämlich frisch gefressen werden und dann im Magen quellen, können die Fische im schlimmsten Fall daran sterben.

Einfacher ist es, wenn du Dosenerbsen kaufst. Diese sind bereits gequollen und gekocht. Du kannst sie also einfach verwenden.

Viele Angler aromatisieren die Kichererbsen vor dem Angeln. Das funktioniert ganz prima, denn sie besitzen eine Haut, die besonders gut Farbe und Aroma aufnimmt. Ich selbst halte nicht viel davon, denn das natürlich Aroma und die blassgelbe Farbe sind für die Fische schon sehr attraktiv.

Startfütterung und Angelbeginn

Wie oben erwähnt, habe ich Grundfutter angefeuchtet, um die Fische auf den Futterplatz aufmerksam zu machen. Zunächst bereitete ich 4 Kugeln ohne Köder vor, die einen kleinen Teppich bilden sollten, der Aroma verbreitet, optisch auffällig ist, aber die Fische nicht sättigt. Diese Bälle drückte ich auch nur wenig zusammen.

Nun mischte ich etwas Futter und einige Köder, um daraus noch 3 weitere Kugeln zu formen. Diese sollten die Fische zum Fressen und Verweilen animieren.

Zutaten für pflanzliche Futterbälle
Aus diesen Zutaten formte ich 3 Futterkugeln. [Bildquelle: © René Schulze]
Die fertigen Futterkugeln zum Angeln auf große Friedfische mit pflanzlichen Ködern
Die fertigen Futterkugeln zum Angeln auf große Friedfische mit pflanzlichen Ködern. [Bildquelle: © René Schulze]

Wenn du große Friedfische mit pflanzlichen Ködern fangen willst, dann musst du dich an folgende wichtige Regel halten:

Füttere nur wenige Köder an, denn die proteinreichen Hülsenfrüchte sättigen sehr stark!

Ich habe schon mehrere Male mit gutem Erfolg an Hegefischen auf Karpfen teilgenommen. Der Schlüssel zum Erfolg war stets eine sparsame Fütterung.

Wenn ich die Möglichkeit habe, im klaren Wasser am Ufer eine Futterkugel zu testen, dann nutze ich diese. Das gibt mir eine grobe und nützliche Vorstellung, wie es am Grund aussieht.

mein Futterplatz unter Wasser
Ein optisch auffälliger Futterplatz ist für große Friedfische optimal. [Bildquelle: © René Schulze]

Grundfutter-Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene

  1. Welches Grundfutter solltest du kaufen?
  2. Wie feuchtest du Grundfutter richtig an?
  3. Was musst du beim Einsatz von Lockstoffen beachten?
  4. Wie baust du deinen Futterplatz auf?
  5. Wie hältst du die Fische am Platz?

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Die richtige Wahl des Hakenköders

Wenn du Karpfen und andere große Friedfische mit pflanzlichen Ködern fangen willst, dann verwendest du wahrscheinlich eine Feederrute oder eine Rollenrute mit Selbsthakmontage. Üblicherweise befestigst du dann die Erbsen oder Bohnen am Haar und nicht direkt am Haken.

Eine Haarmontage hat den Vorteil, dass du mehrere Erbsen aufziehen kannst sowie einen kleinen Auftriebskörper (Pop-Up-Köder, Kork- oder Styroporstück usw.). Dabei musst du darauf achten, dass du beim Durchbohren der Kichererbse beide inneren Hälften, die in erster Linie durch die bereits erwähnte Haut zusammengehalten werden, durchstichst.

Halte die Kichererbse beim Durchstechen so in deinen Fingern, dass die kleine Kerbe zu dir zeigt. Nun kannst du die Erbse von links nah rechts oder umgekehrt durchbohren. Wenn du in die Kerbe stichst, dann zerbrichst du die Erbse im Inneren und sie kann auseinander fallen.

An meiner Angelstelle war ich auf Grund der Hindernisse gezwungen, mit der Kopfrute zu angeln.

Eine Haarmontage an der Kopfrute verwende ich selten, denn ich angle gerne aktiv. Aus diesem Grunde habe ich meinen Hakenköder wie auf dem Bild zu sehen gestaltet.

Kichererbse und Maiskorn am Haken
Eine Kichererbse und ein Maiskorn ergaben einen fängigen Hakenköder. [Bildquelle: © René Schulze]

Ich habe die Kichererbse nur seitlich eingehakt, um die Spitze frei zu lassen und den Haken beim Anhieb leicht zu befreien. Als „Tarnung“ der Spitze eignete sich ein weiches Maiskorn.

Prinzipiell kannst du deinen Hakenköder sehr kreativ gestalten, aber achte stets darauf, dass sich dein Haken leicht lösen kann. Allgemein habe ich die besten Erfahrung gemacht, wenn mein Hakenköder den umliegenden Futterködern sehr ähnelt.

Die Session

Nach der punktgenauen Startfütterung mit dem Polecup tat sich zunächst wenig. Das war nicht sehr verwunderlich, weil das Wetter nicht optimal war und meine Fütterung vornehmlich auf große Fische ausgerichtet war.

Ich habe es allerdings vermieden, weiteres Futter einzubringen. Es lag bereits genug am Grund. Kleinfische waren auch noch nicht da, denn diese hätten irgendeine Regung der Pose bewirkt.

Dann plötzlich tauchte meine Pose ab und blieb kurz unter der Wasseroberfläche stehen, was ein typisches Beißverhalten großer Friedfische ist. Sie stehen über dem Futter und saugen die Köder ein. Kleinfische schwimmen durch den Futterneid oft weg, so dass die Pose deutlich weiter unter geht oder zur Seite weggezogen wird.

Ich setzte schnell den Anhieb, bevor der Fisch den Köder wieder ausspucken konnte. Der Fisch wehrte sich ungewöhnlich heftig, so dass ich davon ausging, einen kleineren Karpfen am Haken zu haben.

Etwa eine Minute lang musste ich den Fisch bändigen, um ihm nicht die Chance zu geben, in ein Hindernis zu schwimmen. Danach konnte ich ihn zum Ufer führen und sicher landen.

Schleie mit Kichererbse gefangen
Eine schöne Schleie nahm meine Köderkombi aus Kichererbse und Maiskorn. [Bildquelle: © René Schulze]

Nachfütterung beim Angeln auf große Friedfische mit pflanzlichen Ködern

Das Nachfüttern in stehenden Gewässern ist immer eine heikle Angelegenheit. Besonders bei proteinreicher Kost und schlechtem Beißverhalten ist Vorsicht geboten.

In meinem Fall konnte ich davon ausgehen, dass die Schleie schon einige lose Köder am Grund gefressen hatte. Ich entschloss mich also dazu, noch einmal einen Polecup voller Leckereien nachzulegen.

Nachfütterung pflanzlicher Köder
Meine Nachfütterung sollte noch einmal eine Grundlage für weitere große Fische legen. [Bildquelle: © René Schulze]

Nach der erneuten Auffüllung des veganen Buffets stellten sich Kleinfische ein, die allerdings mit dem Hakenköder ihre Schwierigkeiten hatten. Ein einzelnes Maiskorn brachte dann die Erkenntnis, dass es sich um Rotfedern handelte.

Nachdem ich zwei dieser farbenprächtigen „Störenfriede“ gefangen hatte und sich keine weiteren Großfische einstellten, packte ich meinen Kram zusammen. Der Wind frischte außerdem auf und einige Schauerwolken waren in Sicht.

Hätte ich weiter geangelt, wäre eine erneute Futtergabe sinnvoll gewesen. Ich hätte allerdings nur noch einige wenige Kichererbsen gefüttert, um mit den kleineren gelben Erbsen und dem Mais nicht noch zusätzlich die Kleinfischinvasion zu fördern.

Insgesamt betrachtet war der Tag nicht ideal. Es hat sich aber gezeigt, dass du große Weißfische mit pflanzlichen Ködern aus dem Supermarkt gut ansprechen und fangen kannst. Ein Jahr zuvor hatte ich ebenfalls mit Mais und Kichererbsen einige schöne Brassen im selben Gewässer mit der Kopfrute gefangen.

Brassen mit pflanzlichen Ködern gefangen
Pflanzliche Köder sind auch für Brassen sehr anziehend. [Bildquelle: © René Schulze]

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte dieses Beitrages kannst du dir wieder kostenlos als PDF downloaden.

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Ich wünsche dir viele große Friedfische mit pflanzlichen Ködern.

René Schulze

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