Rotfedern angeln

Rotfedern angeln kann sehr abwechslungsreich sein. Viele Experten empfehlen das Angeln nahe der Oberfläche. Dort fängst du meist aber nur die kleineren Exemplare. Ich zeige dir auf dieser Seite zwei alternative Möglichkeiten, gute Rotfedern zu fangen.

Das solltest du über die Rotfeder wissen

Name

Rotfeder, Scardinius erythrophtalmus (lat.), Rudd (engl.)

Aussehen und Verwechslungsmöglichkeiten

Mit ihrem höherrückigen und seitlich abgeflachten Körper sehen Rotfedern vor allem Alanden und Rotaugen sehr ähnlich. Es gibt aber sichere Merkmale, um die Rotfeder eindeutig zu identifizieren.

Merkmale der Rotfeder
Merkmale der Rotfeder [Bildquelle: © René Schulze]

Ihre wichtigsten Merkmale sind:

  • oberständiges Maul
  • Flossen rötlich bis dunkelrot, im Ansatz manchmal grau bis gelblich
  • Ansatz der Rückenflosse deutlich hinter dem Ansatz der Bauchflossen
  • 40 – 43 Schuppen in der Seitenlinie
  • silberne bis gelbliche Seite
  • Augen gelblich bis orange (niemals rot)
  • maximal 45 cm groß

Lebensraum und Verbreitung

Rotfedern sind Schwarmfische, die in fast allen heimischen Gewässern vorkommen. Ausnahmen bilden schnell fließende Bäche und Flüsse.
Ihre Verbreitung erstreckt sich über Mittel- und Nordeuropa bis zum Ural.

Das gezielte Angeln auf Rotfedern ist am erfolgreichsten in Teichen und natürlichen Seen. Kapitale Rotfedern gibt es aber nicht überall. Wegen ihrer großen Stückzahl in den meisten Gewässern neigen sie nämlich oft zur Verbuttung. Sie erreichen dann nur Größen von durchschnittlich 15 bis maximal 25 cm.

Rotfedern angeln in stehenden Gewässern
Stehende Gewässer mit reichlich Pflanzenwuchs (hier Wallwitzsee Dessau) haben fast immer einen guten Rotfederbestand. [Bildquelle: © René Schulze]
Rotfedern angeln in langsam fließenden Gewässern
In langsam fließenden Gewässern (hier Große Röder in Sachsen) ist die Rotfeder ebenfalls heimisch. [Bildquelle: © René Schulze]

Nahrung

Rotfedern sind keine Nahrungsspezialisten. Ihre Palette reicht von tierischer Nahrung (Insekten, Larven, Schnecken Würmer, Krebstiere usw.) bis hin zu verschiedenen pflanzlichen Bestandteilen. Allerdings ändert sich der Ort der Nahrungsaufnahme und damit der bevorzugte Lebensraum mit zunehmendem Alter.

Kleine Rotfedern halten sich gerne in ufernahen Bereichen zwischen dichtem Pflanzenwuchs auf. Dort sind sie vor Feinden geschützt und finden reichlich Nahrung.

Kleine Rotfeder im Schutz der pflanzenbewachsenen Uferregion
Kleine Rotfeder im Schutz der pflanzenbewachsenen Uferregion. [Bildquelle: © René Schulze]

Wenn sie etwas größer sind, ziehen die Rotfedern gern in kleineren Schwärmen in Ufernähe umher. Besonders in der wärmeren Jahreszeit nehmen sie mit ihrem oberständigen Maul Nahrung von der Wasseroberfläche auf.

Rotfedern an der Wasseroberfläche
Rotfedern sind im Sommer oft an der Wasseroberfläche zu sehen. [Bildquelle: © René Schulze]
Rotfeder bei der Nahrungsaufnahme an der Wasseroberfläche
Mit ihrem oberständigen Maul sind Rotfedern ihrer Konkurrenz bei der Nahrungsaufnahme von der Wasseroberfläche eine Lippenlänge voraus. [Bildquelle: © René Schulze]

Wenn du Rotfedern angeln möchtest, dann kannst du mit einer flach gestellten Montage und einem langen Vorfach besonders im Sommer gute Erfolge erzielen. Nachteil ist allerdings, dass du mit dieser Methode sehr selten große Rotfedern fängst. Wie du letztere an den Haken bekommst, zeige ich dir im nächsten Abschnitt.

Erfolgreich Rotfedern angeln

Große Rotfedern haben einen höheren Nahrungsbedarf, den sie kaum mit Oberflächennahrung allein decken können. Außerdem sind sie weit vorsichtiger als ihre kleinen Artgenossen. Die meiste Nahrung finden sie am Grund. Möchtest du also größere Rotfedern angeln, dann solltest du deinen Köder ebenfalls am Grund anbieten.

In den folgenden beiden kleinen Geschichten zeige ich dir zwei Methoden, wie du erfolgreich größere Rotfedern am Grund fangen kannst.

Rotfedern angeln mit dem Winkelpicker

In der Nähe meines Wohnortes gibt es einen kleinen See namens Diepold. Dieser weist im Sommer eine sehr starke Angelblüte auf. Wegen des trüben Wassers angle ich dort gern mit dem Winkelpicker (Feederrute). Außerdem verwende ich sehr stark riechendes Futter. In meinem Bericht „Angeln in trüben Gewässern“ erkläre ich dir, warum diese Taktik in solchen Gewässern so erfolgreich ist.

Im Spätsommer 2022 habe ich im Diepold eine große Anzahl guter Rotfedern gefangen.

Rotfeder in Durchschnittsgröße
Rotfedern von etwa 20 cm Länge belagerten nach kurzer Zeit meinen Futterplatz. [Bildquelle: © René Schulze]

Ich hatte es eigentlich auf größere Friedfische (Brassen und Karpfen) abgesehen. Aber die Rotfedern eroberten meinen Futterplatz wie ein Krähenschwarm eine Müllkippe.

Zunächst angelte ich mit Castern und toten Maden. Als sich die Rotfedern einstellten, fütterte ich verstärkt Maiskörner, um die größeren Exemplare zu selektieren.

Rotfedern angeln mit Mais
Wenn du größere Rotfedern angeln möchtest, ist Mais ein hervorragender Köder. [Bildquelle: © René Schulze]

Selbst 2 Maiskörner am Haken wurden ohne Probleme genommen. Große Rotfedern halten sich gerne im Schwarm mit anderen, auch kleineren Exemplaren auf. Das habe ich besonders in meiner Kindheit oft erlebt.

Wenn du Rotfedern angeln möchtest und du hast einen guten Schwarm am Platz, dann kannst du ruhig etwas großzügiger mit deiner Ködergabe sein. Hab etwas Geduld und angle ruhig mit großen Ködern. Rotfedern sind in dieser Hinsicht wenig zimperlich. Selbst Pellets werden ohne Probleme genommen.

Kleine Rotfedern fressen auch große Köder
Diese kleine Rotfeder hatte keine Scheu, auch einen harten Pellet am großen Haken zu nehmen. [Bildquelle: © René Schulze]

Das größte Rotauge an diesem Tag siehst du auf folgendem Bild. Es ist gut möglich, dass es keine größeren Fische in diesem Schwarm gab. Oder vielleicht doch? Irgendwann werde ich es herausfinden.

Rotfedern angeln mit Mais
Die größte Rotfeder des Tages gefangen mit 2 Maiskörnern. [Bildquelle: © René Schulze]

Rotfedern angeln mit der Kopfrute

Im Frühjahr 2022 wollte ich am Scholitzer See Schleien mit der Kopfrute fangen. Genau wie am Diepold waren auch wieder die Rotfedern die ersten Fische am Futterplatz.

Ich fütterte mit Pellets, Hanfkörnern und Mais.

Rotfedern angeln als Beifang beim Schleienansitz Nachfütterung
Um für die Schleien noch genug Futter am Platz bereitzustellen, musste ich nach je 3 Rotfedern reichlich nachlegen. [Bildquelle: © René Schulze]

Meine Kopfrutenmontage war bezüglich der Hauptschnurstärke und des Hakens auf kampfstarke Schleien ausgerichtet. Trotzdem bissen die Rotfedern wieder ohne Scheu. Besonders erfolgreich war ein Köderkombination am Haken.

Rotfedern angeln mit Kombiköder
Die größten Rotfedern fing ich mit einer toten Made und einem Maiskorn am Haken. [Bildquelle: © René Schulze]

Nach etwa 20 schönen Rotfedern fing ich noch eine schöne Schleie. In meinem Bericht „Mit der Kopfrute Schleien angeln“ kannst du die ganze Geschichte lesen.

Die wichtigsten Tipps

Wie du an den beiden Beispielen gesehen hast, sind besonders kleinere Rotfedern alles andere als scheue Fische. Hast du einmal einen Schwarm am Futterplatz, kannst du sehr viele dieser schönen Fische erbeuten.

Möchtest du große Rotfedern angeln, dann wähle das richtige Gewässer und angle mit größeren Ködern. Auch kleine Boilies sind einen Versuch wert. Und wenn du dann zufällig einen anderen großen Friedfisch an den Haken bekommst, dann wird dich das sicher nicht ärgern.

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Ich wünsche dir maximalen Erfolg beim Angeln auf diesen schönen Fisch.