Die Ausruestung und deren Handhabung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Die Ausrüstung und deren Handhabung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. [Bildquelle: © René Schulze]

Ausrüstung und deren Handhabung

Der Ausrüstung und deren Handhabung kommt beim erfolgreichen Angeln eine große Bedeutung zu. Doch welche Ausrüstung ist die richtige? Ich kenne keinen anderen Sport, bei dem das diesbezügliche Angebot so vielfältig ist. Das wundert auch nicht, denn es wird geschätzt, dass weltweit mehr als 10 Prozent der Menschen mehr oder weniger regelmäßig angeln gehen. In Deutschland sind es immerhin noch mehr als 5 Millionen, was für die Hersteller einen großen Absatzmarkt darstellt.

Müssen es Markenprodukte sein oder reicht auch das Angel-Set beim Discounter? Welche Vorteile bietet eine professionelle Ausrüstung?

Einige dieser Fragen werde ich dir in den folgenden Abschnitten aus meiner Sicht beantworten.

Die Ausrüstung für Anfänger

Wenn du Anfänger bist und gerade deinen Fischereischein gemacht hast, ist es schwer, die erste Ausrüstung zu kaufen. Wahrscheinlich möchtest du viele verschiedene Fischarten fangen und träumst von dicken Karpfen, Hechten und Forellen. Dazu bräuchtest du eigentlich viele verschiedene Ruten und Angelgeräte, was sehr teuer wird.

Ich rate dir deshalb, erst einmal damit zu beginnen, Friedfische zu fangen und zu lernen, möglichst schonend mit ihnen umzugehen. Deshalb würde ich eine Stipprute für die kleineren Friedfische kaufen sowie eine Rollenrute, mit der du weiter draußen angeln kannst und die auch den Drill eines Karpfens ermöglicht. Mit so einer Rute kannst du auch mal Nachtangeln gehen und einen Aal fangen. Als dritte Rute wäre noch eine mittlere Spinnrute sinnvoll, mit der du sowohl Barsche als auch Zander und Hechte fangen kannst. Somit kommst du mit 3 Ruten und maximal 2 Rollen aus und bist noch nicht pleite.

Wenn du irgendwann für dich entscheidest, dass Angeln dein liebstes Hobby ist, wirst du ganz von selbst deine Ausrüstung checken und zu höherwertigen oder spezielleren Produkten greifen.

Die Ausrüstung für Fortgeschrittene

Ich bin fest der Meinung, dass eine professionelle Ausrüstung den Angelerfolg merklich steigern kann, aber es muss nicht unbedingt das teuerste und beste sein, was es auf dem Markt gibt.

Des weiteren sorgt eine solche Ausrüstung auch für den bereits erwähnten schonenderen Umgang mit den Fischen (weichere Rutenspitzen, Gummizüge, Abhakmatten für Karpfen usw.). Es sollte unser innerstes Anliegen sein, beim Produktkauf auch diesen Aspekt im Blick zu haben.

Wie ich bereits beschrieben habe, ist unser Verstand die entscheidende Größe für den Erfolg (deshalb auch der Umriss eines Kopfes in meinem Logo). Ein guter und erfahrener Angler würde mit einer schlechten Ausrüstung mehr fangen als ein Anfänger mit einer super Ausrüstung.

Generell rate ich dir, auch wenn du kein „Profi“ werden möchtest, Markenprodukte zu kaufen, aber es muss nicht der Mercedes unter den Produkten sein. Markenprodukte haben im allgemeinen eine längere Lebensdauer und halten je nach Produkt manchmal sogar ein Leben lang, so dass du sie nur einmal kaufen musst.

Als ich vor vielen Jahren einmal in einem Laden war, in dem es Werkzeuge zu kaufen gab, sah ich ein Schild an der Wand, auf dem stand:

Die bittere Erinnerung an schlechte Qualität währt viel länger als die kurze Freude am niedrigen Preis.“

Wenn du also den Fisch deines Lebens drillst und kurz vor der Landung deine Rollenbremse versagt oder sich der Haken aufbiegt, dann ärgerst du dich gewiss über deine beim Kauf eingesparten Euro und dass du kein Markenprodukt gekauft hast.

Die Qual der Wahl bei der Ausrüstung

Auch wenn du vielleicht kein Profi werden möchtest, so rate ich dir trotzdem, beim Kauf deiner Ausrüstung, nicht von allen Herstellern quer durch den Gemüsegarten Utensilien zu kaufen. Ich möchte dir an folgendem Beispiel zeigen, welche Vorteile das Beschränken auf wenige Hersteller bringt.

Schau die mal deinen Posenvorrat an. Was siehst du? Einen bunten Haufen von dicken und dünnen, kleinen und großen Posen? Wenn du bisher jede Pose einzeln gekauft hast, dann hast du logischerweise nach mehreren Jahren ein solches Sammelsurium.

Das hatte ich früher auch, aber wenn du dir heute meinen Posenvorrat an beispielsweise leichten Fließwasserposen anschaust, dann sieht das so aus:

Posen der gleichen Marke.
Die Verwendung von Posen der gleichen Marke hat seine Vorteile. [Bildquelle: © René Schulze]

Denk jetzt bitte nicht, dass das viel zu teuer ist. Natürlich habe ich beim Kauf dieser Posen auf einmal viel Geld ausgegeben. Deine Einzelposen haben aber in der Summe wahrscheinlich noch mehr gekostet. Die Vorteile dieser vielen Posen der gleichen Marke liegen aber auf der Hand:

  • Du bekommst Mengenrabatt beim Kauf vieler gleicher Posen.
  • Einmal gekauft, hast du immer passende Posengummis.
  • Bei Beschädigung kannst du sie leichter austauschen, ohne an der Bebleiung viel zu ändern.
  • Das Verhalten „deiner Posen“ wird dir irgendwann so vertraut, dass es dir bei der Bisserkennung hilft.
  • Du schwörst auf „deine Posen“ und hast dadurch mehr Selbstbewusstsein.

Das Posenbeispiel lässt sich sicher auch auf weitere Utensilien erweitern. Wie sieht es mit deinen Angelhaken, Schnüren, Futtermittel, Spinnködern usw. aus?

Lass auch das Angebot deines örtlichen Gerätehändlers mit in deine Kaufentscheidung einfließen. Wenn er viele Produkte einer Marke führt, dann ist auch ein Nachkauf oder eine Erweiterung der Ausrüstung einfacher. Auch Reklamationen lassen sich so leichter abwickeln, weil du einen Ansprechpartner vor Ort hast.

Ausrüstung für Profis

Die meisten Angler entscheiden sich in ihrem Anglerleben irgendwann für ihre Lieblingsdisziplin, zum Beispiel Spinnangeln, Karpfenangeln oder Stippfischen. Dementsprechend kaufen sie spezielle Ausrüstungsgegenstände für diese Angelart.

Wenn auch du dich für eine Disziplin entschieden hast, wirst du spätestens jetzt nach bestimmten Herstellern suchen, die zu deiner Angelart passen. Es muss ja nicht zwingend in einem extremen Markenkult enden, aber die Ausrichtung auf einen bestimmten Hersteller hat auch hier Vorteile:

  • Die Ausrüstungsgegenstände sind aufeinander abgestimmt.
  • Deine „Zugehörigkeit zu einer Marke“ schafft Selbstvertrauen.
  • Du kennst die Eigenschaften und das Verhalten deiner Ausrüstung, was auf diesem Niveau kleine, aber wichtige Vorteile bringt.
Profis haben fast alle eine Markenausruestung.
Gerade bei Großveranstaltungen, wie Weltmeisterschaften, haben fast alle Teilnehmer (hier Des Shipp) „ihre Marke“. [Bildquelle: © René Schulze]

Umgang mit der Ausrüstung

Es gibt Angeltage, an denen du nichts fängst. Ich habe vor einigen Jahren am Silokanal in Brandenburg dem bisher mit 5 Einzelweltmeistertiteln erfolgreichsten Friedfischangler der Welt Alan Scotthorne aus England zugeschaut. An diesem Tag hat er (wie fast alle anderen in seinem Gewässerabschnitt)  nicht einen einzigen Fisch gefangen.  Nach dem Match sagte er zu mir:

Alan Scotthorne am Silokanal
Alan Scotthorne beim Shimano-Cup am Silokanal vor vielen Jahren [Bildquelle: © René Schulze]

I fished a perfect match, missed no bite and lost no fish.“ („Ich habe ein perfektes Match gefischt, denn ich habe keinen Biss verpasst und keinen Fisch verloren.“)

Hat Alan an diesem Tag etwas gelernt? Haben wir etwas gelernt, wenn wir mal nichts fangen? Natürlich! Zum einen haben wir die Erfahrung gemacht, welche Methoden an diesem Tag nicht funktioniert haben oder vielleicht generell nicht funktionieren. Das ist manchmal sogar wichtiger als zu wissen, was gut funktioniert.

Bezug nehmend auf unseren Erfolgsfaktor Ausrüstung haben wir vor allem den Umgang mit ihr geübt, was fortwährend geschehen sollte. Wenn du dich nämlich beim Angeln auf die „richtige Bedienung“ der Angelgeräte konzentrieren musst, hast du oft nicht den Kopf frei für die eigentliche Taktik. Auch der Drill eines Fisches kann dann für beide Seiten zum Desaster werden.

Bei bestimmten Angeltechniken, beispielsweise beim Angeln mit der langen Kopfrute auf oberflächennahe Fische (engl. Shallow fishing = flach angeln), bei der du einerseits die lange Rute mit zwei Händen halten, aber auch gleichzeitig lose Köder mit der Futterschleuder schießen musst, brauchst du eigentlich vier Hände, hast aber nur zwei. Wenn du das nicht übst, klatscht deine Rute aufs Wasser und verscheucht die Fische oder deine Köder fliegen sonst wohin, aber nicht an deine Pose, was die Fische überall hin verteilt.

Übung macht den Meister!

Deshalb kann ich dir nur raten, nach der Beendigung eines Angeln noch am Wasser beispielsweise das Anfüttern zu üben. Mach das aber nur an solchen Gewässern, die noch eine Portion Futter vertragen können (z.B. Fließgewässer). Folgende Möglichkeiten fallen mir spontan ein:

  • Anwendung der Futterschleuder oder des Polecups,
  • zielgenaues Werfen des Futterkorbes,
  • Anfüttern während es Angelns.

Thematische E-Mails (Newsletter)

In meinen regelmäßigen und kostenlosen Newslettern habe ich bisher folgende Themen zur Ausrüstung und deren Handhabung verarbeitet:

  1. Abroller richtig aufstellen
  2. Cuppen und Futter werfen üben
  3. Richtig ausloten mit der Kopfrute
  4. Maden töten (Einschläfern)
  5. Technische Probleme und Tipps für die Kopfrute (verklemmte Teile, Dacron Connector)

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