You are currently viewing Stippen im zeitigen Frühjahr

Stippen im zeitigen Frühjahr

Stippen im zeitigen Frühjahr

Nach der langen Winterzeit mit meist schlechten Fängen freuen sich die meisten Friedfischangler auf das Stippen im zeitigen Frühjahr. Was du dabei beachten solltest, um maximal erfolgreich zu sein, zeige ich dir in diesem Bericht.

Die Wahl des richtigen Gewässers und der Angelstelle

Auch wenn die Vögel im zeitigen Frühjahr schon auf den Bäumen zwitschern, ist es in vielen Gewässern immer noch nicht leicht, Friedfische zu fangen. Das liegt in erster Linie daran, dass das Wasser nach wie vor recht kalt ist und deshalb der Stoffwechsel der Fische noch langsam arbeitet.

Aus diesem Grund suchen die Fische im Frühjahr die flachen und sich schneller erwärmenden Gewässerabschnitte auf. Schaue bei der Wahl deines Gewässers und der Angelstelle, ob du solche Bedingungen vorfindest.

Ich habe mir für meine Session eine flache Bucht am Scholitzer See ausgesucht. Am Angeltag selbst wehte ein warmer, aber kräftiger Wind. Einige Angler setzten sich daher an das windgeschützte Ufer, was ich aber für einen Fehler hielt.

Der warme Wind erwärmte nämlich die Wasseroberfläche und trieb diese warme Schicht in eine flache Bucht. Genau dort wählte ich meine Angelstelle.

Stippen im zeitigen Frühjahr in einer flachen und warmen Bucht
In dieser Wind zugewandten Bucht baute ich meinen Angelplatz auf. [Bildquelle: © René Schulze]

Zielfische für das Stippen im zeitigen Frühjahr

Wie du sicher bereits weißt, sind Rotaugen auch in der kälteren Jahreszeit aktiv und nehmen in den meisten Gewässern Nahrung auf. Damit hatte ich meinen ersten Zielfisch gefunden.

Beim Stippen im zeitigen Frühjahr gibt es allerdings noch andere lohnenswerte Zielfische, zum Beispiel Schleien und Brassen. Nach der langen Winterpause sind diese regelrecht ausgehungert und eröffnen dir gute Fangaussichten, wenn du alles richtig machst.

Wahl des richtigen Futters

Futter für die Rotaugen

Wegen des immer noch kalten und klaren Wassers wählte ich für das Angeln auf Rotaugen ein dunkles Futter. Um die Lockwirkung zu verstärken, gab ich noch etwa eine Tüte Rotaugenlockstoff hinzu.

van den Eynde Rotaugenmischung
Aus diesen Zutaten bestand mein Rotaugenfutter. [Bildquelle: © René Schulze]
Trockenfutter mit Rotaugen-Lockstoff
Den Rotaugenlockstoff solltest du vor dem Anfeuchten mit dem Futter mischen. [Bildquelle: © René Schulze]

Futter für Brassen und Schleien

Große Friedfische wollen nach der Winterruhe Proteine fressen. Das eher magere Rotaugenfutter hätte ohne Lebendköder eine recht geringe Lockwirkung. Aus diesem Grunde wählte ich ein proteinhaltiges Grundfutter auf Fischmehlbasis.

proteinhaltiges Grundfutter
Große Friedfische mögen proteinhaltiges Grundfutter. [Bildquelle: © René Schulze]

Zu meinen verwendeten Ködern komme ich später.

Aufbau des Angelplatzes

Auf Grund des in Böen recht heftigen Windes konnte ich auf keinen Fall auf 13 m angeln. Wegen des klaren Wassers wollte ich aber auch nicht zu nah am Ufer fischen, denn besonders Brassen entwickeln eine gewisse Scheu vor zu großer Ufernähe.

Auf 10 m fand ich gute Bedingungen vor in einer Wassertiefe von etwa 1,50 m. Weil ich meine Chancen auf Rotaugen und große Friedfische maximal halten wollte, legte ich zwei Futterstellen mit größerem Abstand an.

zwei Futterstellen beim Stippen im zeitigen Frühjahr
Auf zwei Futterstellen können verschiedene Fischarten ungestörter Nahrung aufnehmen. [Bildquelle: © René Schulze]

Um die Kopfrute bei diesen Windverhältnissen nicht immer umschwenken zu müssen und gleichzeitig das Cupping Kit schnell und windsicher benutzen zu können, stellte ich meine beiden Double Roller an verschiedenen Orten auf.

Der Matrix Freeflow Double Roller ist sehr stabil
Ein Double Roller war unter diesen Bedingungen wegen seiner stabilen Struktur besser geeignet als mein V-Roller. [Bildquelle: © René Schulze]

Vorbereitung der Startfütterung beim Stippen im zeitigen Frühjahr

Einer der wohl schwierigsten Momente beim Stippen im zeitigen Frühjahr ist die Fütterung. Je nach Fischbestand solltest du deine Futter- und Ködermenge entsprechend anpassen.

Konkret bedeutet das, dass du eher vorsichtig beginnen solltest und zunächst schaust, wie viele Fische deinen Futterplatz aufsuchen und sich fangen lassen. Wenn du bei schlechtem Beißverhalten zu viele öder einbringst, ist dein Futterplatz zerstört oder du wirst kaum etwas fangen.

Startfütterung des Rotaugen-Platzes

Ich bereitete zunächst eine Mischung für 4 Futterbälle vor. Als Köder wollte ich Maden verwenden, die in dem schwarzen Futter einen schönen Kontrast bildeten und den Fischen auffallen sollten. Zuvor musste ich sie allerdings einschläfern, denn dann zerstören sie nicht den Futterball und verschwinden nicht im Schlamm.

Mit meiner Korda Krusha gelang das sprichwörtlich im Handumdrehen:

Korda Krusha mit Maden gefuellt
Ich füllte eine kleine Hand voll Maden in den unteren Teil der Korda Krusha. [Bildquelle: © René Schulze]
mit der Korda Krusha eingeschlaeferte Maden
Nach wenigen Sekunden hatte ich eingeschläferte Maden mit einer schönen dünnen Haut. [Bildquelle: © René Schulze]
Startfütterung mit Maden und Castern
Zusammen mit einigen Castern war die Mischung für die Startfütterung fertig. [Bildquelle: © René Schulze]

Ich formte daraus 3 Futterbälle, die ich mit dem Polecup punktgenau auf dem Rotaugenplatz einbrachte.

Futterball für das Stippen im zeitigen Frühjahr
Mit den eingeschläferten Maden lassen sich schöne Futterbälle formen. [Bildquelle: © René Schulze]
Startfütterung mit Futterball und Hanfkörnern
Mit jedem Polecup fütterte ich zusätzlich lose Hanfkörner, die einen besonderen Reiz auf die Rotaugen einüben. [Bildquelle: © René Schulze]

Den letzten Polecup füllte ich mit losem Futter, gab etwas Wasser hinzu und kippte ihn über dem Futterplatz aus. Die daraus entstandene Futterwolke sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit im klaren Wasser.

Startfütterung des Futterplatzes für große Friedfische

Für diesen Futterplatz bereitete ich etwa die gleiche Menge Futter vor. Als Köder wollte ich geschnittene Würmer verwenden, die auf Grund ihres Aromas eine sehr anziehende Wirkung auf große Friedfische im zeitigen Frühjahr haben.

Um die Wirkung voll zu entfalten, mussten die Würmer sehr fein geschnitten werden. Das sorgt außerdem dafür, dass die Fische nicht gleich übersättigt werden und den etwas größeren Hakenköder leichter finden.

Das Schneiden der Würmer haben ich viele Jahre lang mit einer Wurmschere vorgenommen. Seit einiger Zeit verwende ich allerdings einen Zwiebelschneider, der viele Vorteile hat:

Zwiebelschneider mit Würmern
Ich füllte etwa 20 saubere Würmer in den Zwiebelschneider. [Bildquelle: © René Schulze]
fein geschnittene Würmer nach wenigen Sekunden
Nach wenigen Sekunden und Zügen am Seil hatte ich sehr fein geschnittene Würmer. [Bildquelle: © René Schulze]
Futtermischung für den Großfischplatz
Meine Zutaten für den Großfisch-Futterplatz [Bildquelle: © René Schulze]
Bälle für den Großfischplatz
Aus der Mischung formte ich 3 Bälle. [Bildquelle: © René Schulze]
Füttern mit dem Polecup
Die Bälle senkte ich geräuschlos auf dem Futterplatz ab. [Bildquelle: © René Schulze]

Stippen im zeitigen Frühjahr - die Session

Warten auf den ersten Biss

Beim Stippen im zeitigen Frühjahr kann es durchaus eine Weile dauern, bis Fische deinen Futterplatz finden. Das heißt aber nicht, dass du tatenlos rumsitzen musst. Statt dessen wäre es schlau, die Fische zusätzlich anzulocken.

Dazu eignen sich besonders lose Maden, die durch ihre weiße Farbe im klaren Wasser gut sichtbar sind. Wegen des Windes wäre es schwer gewesen, die Maden mit dem Katapult zu schießen.

Viel besser geeignet ist dazu ein Toss Pot, mit dem du die Menge der losen Maden beliebig steuern kannst.

lose Maden im Toss Pot
Fülle die losen Maden in den Toss Pot. [Bildquelle: © René Schulze]
Toss Pot mit Maden-Aufsatz
Mit dem Madendeckel lassen sich die Leckerbissen sehr dosiert genau über dem Futter herunter rieseln. [Bildquelle: © René Schulze]

Keine zwei Minuten nach dem Madenregen ging die Pose unter und ich landete das erste kleine Rotauge.

Der erste Fisch des Tages war ein kleines Rotauge
Der erste Fisch des Tages war ein kleines Rotauge. [Bildquelle: © René Schulze]

Die weiteren Fische waren zunächst auch von ähnlichem Format bis ich plötzlich einen größeren Widerstand verspürte. Ein deutlich besseres Rotauge hatte meine einzelne Made am 20er Haken genommen.

groesseres Rotauge beim Stippen im zeitigen Fruehjahr
Nach etwa 15 Minuten Angelzeit stellten sich größere Rotaugen am Futterplatz ein. [Bildquelle: © René Schulze]

Erster Großfisch-Kontakt

Von diesen schönen Fischen konnte ich dann etwa 10 Stück erbeuten bis die Bisse schlagartig aufhörten. In den meisten Fällen ist das dann ein Zeichen, dass größere Fische den Platz gefunden haben.

Kurz nachdem ich diesen Gedanken zu Ende gedacht hatte, ging die Pose wieder unter. Dieses Mal zog der Fisch meinen Gummi mehr als zwei Meter aus dem Kit, schoss zur Oberfläche und sprang wie ein Delfin aus dem Wasser.

Für die Dauer einer Sekunde sah ich den schönen Brassen, der sich kurz nach seinem Eintauchen leider meinen Haken abschüttelte.

Grund dafür war die Tatsache, dass ich im Verlaufe der Rotaugenserie meinen Köder etwa 5 cm über dem Grund anbot. Den Brassen hatte ich also nur versehentlich irgendwo am Körper gehakt, was auch den Sprung aus dem Wasser erklärt. Der Haken war jedenfalls nicht abgerissen.

1-g-Rotaugenmontage
Meine Rotaugen-Montage bestand aus einer 1-g-Pose an einer 12er Hauptschnur mit 8er Vorfach. [Bildquelle: © René Schulze]

Wechsel des Futterplatzes

Nach dem verlorenen Brassen wusste ich, dass auch die größeren Fische in Fresslaune sind. Ich musste damit rechnen, dass auch auf dem Großfischplatz Fische eingetroffen waren.

Mit einer deutlich stärkeren Montage (16er Hauptschnur, 14er Vorfach, 14er Haken) und einem Wurmstück am Haken probierte ich den Großfischplatz zum ersten Mal aus. Auch wenn dir das vielleicht etwas spät erscheint, so kann ich dir aus Erfahrung nur raten, einen zweiten Futterplatz längere Zeit ruhen zu lassen.

Dadurch hast du später häufig bessere Chancen, mehr oder auch größere Fische zu fangen. 

Der Plan ging auf und ich fing unmittelbar nach dem Einsetzen meiner Montage einen schönen Brassen.

Brassen beim Stippen im zeitigen Fruehjahr
Die Belohnung für eine gut geplante Angel-Session. [Bildquelle: © René Schulze]

Tipps und Tricks zum Friedfischangeln

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag einige Ratschläge mit auf den Weg geben.

Falls du weitere kostenlose Tipps und Tricks bekommen möchtest, dann empfehle ich dir die folgenden beiden E-Books:

Meine besten Tipps und Tricks habe ich für dich in diesen beiden E-Books vorbereitet:

Eine vollständige Übersicht aller meiner E-Books bekommst du hier:

Eine Zusammenfassung des Berichtes kannst du dir unter folgendem Button als PDF herunterladen:

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Stippen im zeitigen Frühjahr.

René Schulze

Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG

Cleverfolg
René Schulze

Wilhelm-Feuerherdt-Straße 75
06844 Dessau-Roßlau

Kontakt

Telefon: 0152 27164097
E-Mail: kontakt@erfolgreich-angeln.com

Schreibe einen Kommentar

drei + 19 =