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[Bildquelle: © René Schulze]

Spinnangeln im Herbst

Spinnangeln im Herbst

Nach Meinung vieler Spinnangler soll der Herbst die erfolgreichste Jahreszeit sein. Die Raubfische fressen sich dann noch einmal einen ordentlichen Winterspeck an, von dem sie zehren können.

Ich selbst versuche immer logische Gründe für meine Entscheidungen zu finden und habe bisher gute Erfahrungen damit gemacht. Generell bin ich früher zu allen erlaubten Jahreszeiten mit der Spinnangel unterwegs gewesen und habe gute Erfolge erzielt. Ich habe sogar die meisten Hechte in der warmen Jahreszeit gefangen und meiner Meinung nach ist das Spinnangeln auf Barsche im Sommer auch erfolgversprechender. Es ist auch gut möglich, dass der Herbst für die Spinnangelei bevorzugt wird, weil die Raubfische dann im Vergleich zum Frühjahr recht gut genährt sind, was ihren Wert für die häusliche Küche deutlich erhöht.

Logisch ist für mich allerdings, dass die Fische mit sinkenden Wassertemperaturen langsamer und träger werden, denn sie sind ja wechselwarm, d.h. ihre Körpertemperatur ist die gleiche wie die des Wassers. Somit sinken die Erfolgsaussichten beim Spinnfischen im allgemeinen, wenn das Wasser merklich kälter wird, denn die Räuber jagen dem Spinnköder nun nicht mehr so aktiv hinterher, wie in der wärmeren Jahreszeit.

Ich hatte mir schon im August vorgenommen, in diesem Jahr wieder häufiger spinnangeln zu gehen, habe es aber wegen der Erstellung meiner Website dennoch nur zweimal geschafft.

Am 12. November habe ich mir jedoch die Zeit genommen und fuhr mit meinem Angelfreund C. zur Elbe. Es war ein kalter Tag mit leichtem Wind und Hochnebel. Außer uns war niemand an der Elbe unterwegs, was kein gutes Zeichen war.

Unsere Zielfische waren Hecht und Zander. Auf unserer Stecke waren Buhnenfelder mit recht straffer Strömung, denn es hatte eine Woche zuvor stark geregnet, so dass die Elbe gut Wasser führte.

Unsere Taktik sah wie folgt aus:

Weil die Hechte starke Strömung meiden, suchten wir sie im Zentrum der Buhnenfelder sowie in den Uferbereichen mit langsamer Strömung. Einige Würfe entlang der Strömungskanten sowie in den Bereich von Wasserverwirbelungen sollten zudem auch noch die Chance auf einen Zander erhöhen. C. hatte Mitte Oktober einen guten Hecht im zentralen Buhnenfeld mit einem ca. 12 cm langen Gummifisch gefangen. Generell verwendeten wir an diesem Tag tief geführte Weichplastikköder (Gummifische, Twister). Für den Uferbereich selber wechselte ich dann aber auf einen Spinner, denn dort liegen grobe Steinschüttungen, in denen die Twisterköpfe sehr schnell hängen bleiben. Den Spinner kann man gut über diese Steine führen.

Nachdem wir fast 2 Stunden lang mehrere Buhnenfelder systematisch abgeworfen hatten, schnappte doch noch ein kleiner Hecht im Uferbereich nach meinem silbernen Spinner der Größe 3 mit silbernem Löffel. Beim Spinnangeln keschere ich jeden Fisch, auch wenn er noch so klein ist, denn es ist die schonendste Art, ihn zu landen. Ein Herausheben erhöht die Schwerkraft, die dann viel größer ist als sie im Wasser wäre. Außerdem kann der Fisch dann viel stärker zappeln als im Kescher, was ihm auch schaden würde. Möglicherweise geht er dadurch sogar verloren. Des weiteren liegt der Fisch beim Ablegen des Keschers gleich auf einer feuchten Unterlage.

Zum Entfernen des Hakens kannst du zunächst deine Hände am Kescher anfeuchten und musst den Fisch kaum anfassen, weil er durch das Keschernetz weniger Bewegungsfreiheit hat. Du kannst ihn dann nach dem Entfernen des Hakens sofort wieder mit dem Kescher ins Wasser tauchen und wegschwimmen lassen.

Ich habe auch immer eine Luftpolsterfolie dabei, die ich an der jeweiligen Angelstelle auf den Boden lege, um den Kescher dann mit dem Fisch darauf abzulegen. Wenn es das Ufer und der Sitz des Hakens zulassen, dann kannst du das Abhaken auch im Wasser durchführen und der Fisch muss kaum oder gar nicht an die Luft. Ist der Fisch groß genug ist und für den Verzehr bestimmt, dann wird er noch vor der Entfernung des Köders betäubt und waidgerecht getötet.

Nach dem Fang des Hechtes brachen wir unseren Versuch in der Elbe ab. Außer ein paar kleinen Fischen, die aufgeschreckt von unseren Spinnködern aus dem Wasser sprangen, sahen wir keinerlei Anzeichen für raubenden Fische, wie sie noch 3 Wochen zuvor zu sehen waren. Zu dieser Zeit fingen C. und ein Freund 3 schöne Rapfen, die gegen Abend in den Buhnenfeldern raubten.

Wir wollten die letzten beiden Stunden vor der Dunkelheit an einem kleinen Nebenfluss der Mulde noch versuchen, ein paar Barsche zu fangen. Ich versuchte es mit einem kleinen gelben Gummifisch, den die Räuber mit zunehmender Dunkelheit besser wahrnehmen können. Meine kleinen Spinner, die ich zum Barschangeln gerne verwende, waren zu leicht in der Strömung und ließen sich nicht in Grundnähe führen.

Wir brauchten etwa eine halbe Stunde, bis wir eine Stelle fanden, an der wir einen knapp 20 cm großen Barsch fingen. Innerhalb der beiden nächsten 10 Würfe fingen wir dann noch zwei weitere der gleichen Größe. Das war für uns das Zeichen, an dieser Stelle nicht weiter zu angeln, denn es wäre sehr wahrscheinlich, dass wir noch weitere ähnlicher Größe an die Angel bekämen. Diese wären aber definitiv zu klein für die Pfanne und es gäbe keinen vernünftigen Grund, diesen Schwarm weiter zu beangeln. Für eine andere Stelle mit eventuell größeren Exemplaren war es dann auch bereits zu spät und so blickten wir noch einmal auf unseren Angeltag zurück.

Mit diesen Spinnködern war ich erfolgreich.
Mit diesen Spinnködern war ich erfolgreich. [Bildquelle: © René Schulze]

Obwohl die Pfanne an diesem Abend leer blieb, war es dennoch ein erfolgreicher Tag, denn:

  1. Das Vorhaben, an diesem Tag Hecht und Zander als Zielfisch für diese Jahreszeit in der Elbe zu befischen und die von uns angewandte Taktik waren prinzipiell richtig, denn wir fingen einen Hecht, wenn auch nur einen kleinen.
  2. Die Entscheidung, das Angeln in der Elbe abzubrechen und es in einem kleinen Fluss noch einmal auf Barsche zu probieren, wurde mit 3 Barschen ebenfalls belohnt.
  3. Was die Köderwahl betrifft, war die Entscheidung, je nach Gewässerstelle, Zielfisch und Tageszeit verschiedene Köder zu verwenden, richtig. Zum Barschangeln verwendeten wir helle kleine Gummifische, die mit zunehmender Dämmerung von den Räubern besser gesehen wurden.
  4. Zu guterletzt lernt man an jedem Angeltag etwas hinzu, auch wenn es manchmal nur die Erkenntnis ist, wie es nicht funktioniert. Bestimmte Sachen ausschließen zu können, ist manchmal sehr wertvoll.
Wie ich eben bereits erwähnt habe, war dieser Angeltag für mich ein durchaus erfolgreicher Tag, auch wenn wir keine großen Fische gefangen haben. Wenn du dich jetzt wunderst, warum ich auch mit einem kleinen Fang durchaus zufrieden bin, dann findest du die Antwort hier. Es lohnt sich!

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