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Döbel mit Holunderbeeren zu angeln ist einen Versuch wert. [Bildquelle: © René Schulze]

Döbel mit Holunderbeeren

Döbel mit Holunderbeeren

Döbel mit Holunderbeeren zu angeln klingt einfacher als es ist. Ich habe bereits als Kind gehört und gelesen, dass Döbel mit Kirschen gefangen werden können. Aber mit Holunderbeeren? Ob das nur ein Gerücht ist oder tatsächlich funktioniert, habe ich im Spätsommer 2022 ausprobiert.

Wann und wo du Döbel mit Holunderbeeren fangen solltest

Döbel zählen hinsichtlich ihrer Fressgewohnheiten zu den Allesfressern. Du kannst sie mit so ziemlich allen Ködern vom Schwimmbrot über Maden bis hin zum Spinnköder überlisten. Deshalb sind wohl die Chancen, Döbel mit Holunderbeeren zu fangen recht groß.

Es sollten allerdings die drei folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  1. In deinem Angelgewässer müssen Döbel in einer guten Stückzahl vorkommen.
  2. Am Ufer sollten Beeren- bzw. Holundersträucher wachsen, von denen regelmäßig reife Früchte ins Wasser hineinfallen.
  3. Du musst im Spätsommer angeln, wenn die Holunderbeeren reif sind.
Beeren am Ufer
Wenn Beeren ins Wasser fallen können, sind sie den Fischen vertraut und als Köder geeignet. [Bildquelle: © René Schulze]

Ich habe mir für meinen Versuch die Jonitzer Mulde ausgesucht. Das kleine Flüsschen hat einen guten Bestand an kleinen und mittleren Döbeln. Die Ufer sind mit allerlei Sträuchern bewachsen, darunter auch einige Beeren.

Was du zum Angeln auf Döbel mit Holunderbeeren brauchst

Hinsichtlich der Ausrüstung brauchst du keine großen Besonderheiten zu beachten. Du solltest allerdings mit Posenmontagen angeln, um die Bisse auch sofort zu erkennen. Außerdem musst du die Holunderbeeren so anbieten, dass sie wie natürlich ins Wasser gefallene Früchte wirken. Eine Präsentation am Grund halte ich daher für wenig wirkungsvoll.

Holunderbeeren sind maximal erbsengroß. Deshalb sind kleine und leichte Haken ein Muss. Auch die Vorfächer solltest du etwas länger wählen, um das natürliche langsame Absinken der Beeren im Wasser nachzuahmen.

Hinsichtlich der Köder brauchst du nur reife (!) Holunderbeeren und etwas Grundfutter:

Meine Köderpalette für das Angeln auf Döbel mit Holunderbeeren
Meine Köderpalette für das Angeln auf Döbel mit Holunderbeeren [Bildquelle: © René Schulze]

Vermeide unreife Beeren, denn diese fressen die Fische nicht. Vor dem Angeln habe ich mir ganz frische Holunderdolden vom Strauch abgeschnitten und die Beeren bereits abgezupft. Ziehe dir dabei Gummihandschuhe an, denn Holundersaft ist stark färbend.

Die Lockwirkung der reifen Beeren kommt vom Saft, dessen Geruch im hochreifen Stadium schon an Holunderwein erinnert. Auf keinen Fall darfst du die Beeren roh essen, denn sie enthalten das Gift Sambunigrin, welches zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen kann.

Das Grundfutter benötigst du für die Startfütterung, wenn die Fische den Futterplatz noch nicht kennen. Hast du das Glück, eine Stelle zu finden, an der Holunderbeeren ins Wasser fallen können, brauchst du vielleicht kein extra Futter.

Ich habe mir eine Stelle ausgesucht, an der zwar keine Holundersträucher wachsen, aber zumindest andere Beeren. Ich hatte die Hoffnung, dass die Fische bereits „Beerenerfahrung“ hatten.

Mein Platz zum Angeln auf Döbel mit Holunderbeeren
Mein Platz an der Jonitzer Mulde neben einem Beerenstrauch. [Bildquelle: © René Schulze]

Startfütterung

Wenn ich mein Angeln auf Döbel mit Holunderbeeren damit begonnen hätte, lose Früchte ins Wasser zu werfen, wäre mein Vorrat wahrscheinlich schnell aufgebraucht. Ich rate dir auf jeden Fall, eine große Menge Beeren mitzunehmen.

Statt dessen formte ich zunächst drei Futterbälle mit einigen Holunderbeeren. Diese erinnerten mich stark an Heidelbeer-Muffins, aber ich konnte der Versuchung widerstehen. Die drei Bälle warf ich etwa 5 m vom Ufer entfernt ins Wasser.

Füttere und angle auf keinen Fall zu weit draußen, denn du musst in der Lage sein, auch deine losen Beeren auf diesen Platz zu werfen. Eine Schleuder funktioniert auch, aber ich habe ein manuelles Füttern bevorzugt.

Drei Bälle für die Startfütterung
Drei Bälle für die Startfütterung sahen sehr „lecker“ aus. [Bildquelle: © René Schulze]

Taktik beim Angeln auf Döbel mit Holunderbeeren

Hinsichtlich der Taktik rate ich dir wieder, den Köder so anzubieten, wie er auch natürlich im Gewässer vorzufinden ist. Wenn also reife Holunderbeeren ins Wasser fallen, dann werden sie mit der Strömung weggetragen und sinken dabei allmählich ab. Aus diesem Grund begann ich unmittelbar nach der Startfütterung mit dem Einwerfen loser Beeren (5 – 7 Stück pro Wurf).

Die Sinkgeschwindigkeit ist recht langsam, weil die Beeren im Inneren zum größten Teil aus Wasser bestehen. Ich schätzte sie auf etwa 5 bis 10 cm pro Sekunde. Probiere es auf jeden Fall aus, und berechne die Zeit bis zum Grund. Das ist wichtig, um die richtige Einwurfstelle zu finden.

Die Jonitzer Mulde war an meiner Angelstelle mehr als 2 m tief. Deshalb habe ich die Beeren zunächst so weit wie möglich oberhalb meiner Futterstelle eingeworfen. Sollten die Fische den Früchten entgegen schwimmen, konnte ich die Wurfweite anpassen.

Meine Montage stellte ich anfangs so ein, dass der Hakenköder kurz über dem Grund schwebt. Damit war ich nah am Futter. Mein Plan sah vor, während des Angelns dann allmählich flacher zu stellen (falls die Fische aufsteigen).

Eine einzelne Holunderbeere solltest du so anködern, dass der Haken nur durch die Haut gestochen ist. Ansonsten hast du viele Fehlbisse.

Anhaken einer Holunderbeere
Stich den Haken so ein, dass er nur unter der Beerenhaut steckt. [Bildquelle: © René Schulze]

Die ersten Bisse

Bereits kurz nach dem Einwurf der Montage registrierte ich die ersten Zupfer an der Montage. Die Fische wussten wohl nicht so recht, was diese schwarzen Kügelchen waren. Ich ließ es fleißig weiter regnen, indem ich bei jedem Durchtrieb ein paar Beeren einwarf.

Nach etwa 15 Minuten hatte ich den ersten deutlichen Biss. Ein mittlerer Döbel hatte wohl Gefallen an der veganen Kost bekommen und den Köder genommen. Damit war „das Eis gebrochen.“

Döbel mit Holunderbeere gefangen
Der erste Döbel, der die Holunderbeere am Haken nahm. [Bildquelle: © René Schulze]

Es musste sich nun zeigen, ob es ein Zufallsfisch war oder die Döbel wirklich gezielt die Holunderbeeren fraßen.

Meine Geduld wurde jetzt allerdings auf eine harte Probe gestellt. Die nächste halbe Stunde tat sich nämlich nichts. Regelmäßig fütterte ich weiter lose Beeren und warf auch noch weitere Futterbälle ein. Auch meine Angeltiefe verkleinerte ich, denn vielleicht waren die Fische den Beeren entgegen geschwommen.

Dann gab es den nächsten heftigen Biss. Ich staunte allerdings nicht schlecht, als sich mein Gegner als Barsch entpuppte. Wahrscheinlich reagierte er auf die Einholbewegung meiner Montage, denn der Biss erfolgte gerade in dieser Bewegungsphase.

Barsch mit Holunderbeere gefangen
Der zweite Fisch des Tages war ein Barsch. [Bildquelle: © René Schulze]

Veränderung meiner Taktik zum Angeln auf Döbel mit Holunderbeeren

Nachdem nun wieder eine Beißflaute einsetzte, tauschte ich den Haken gegen einen kleineren aus und stellte meine Montage flacher. Damit ähnelte meine Hakenbeere im Verhalten noch mehr den eingeworfenen Früchten.

kleinerer Haken mit Holunderbeere
Ein kleinerer Haken sollte noch unauffälliger sein. [Bildquelle: © René Schulze]

Plötzlich hatte ich wieder einen Biss und ich hielt kurz darauf ein Rotauge in den Händen.

Rotauge mit Holunderbeere gefangen
Auch Rotaugen fanden gefallen an den Holunderbeeren. [Bildquelle: © René Schulze]

Nach dieser kleinen Änderung in der Montage fing ich noch ein weiteres Rotauge sowie zwei kleinere Döbel.

Fazit

Döbel und andere Weißfische lassen sich mit Holunderbeeren fangen. Sind sie aber nicht an die Früchte gewöhnt, dann ist es eine mühsame Angelei, bei der man hinsichtlich der Köderpräsentation kreativ sein muss.

Möglicherweise gibt es Gewässer, in denen dieser Köder vielversprechend ist. Das enge Zeitfenster während der Reifeperiode der Holunderbeeren erschwert das Angeln aber zusätzlich.

Alles in allem hätte ich mit Maden und Castern die 10fache Fischzahl fangen können. Somit bleibt das Angeln von Döbeln mit Holunderbeeren ein spannender und lehrreicher Versuch, der ein gutes Training für schwierige Situationen darstellt.

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Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren.

René

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