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Die Elbe ist ein lohnenswertes Gewässer zum Rapfenangeln.

Rapfenangeln

Rapfenangeln

Obwohl Rapfen zu den Karpfenfischen zählen, gehört das gezielte Rapfenangeln eindeutig in die Kategorie Raubfischfang. Allenfalls kleine Exemplare lassen sich gelegentlich beim Stippen mit tierischen Ködern überlisten.

Rapfen auf Made
Dieser kleine Rapfen biss auf eine einzelne Made. [Bildquelle: © René Schulze]

Der passionierte Friedfisch-Angler tut allerdings gut daran, auch einmal über den „Tellerrand zu schauen“ und von Zeit zu Zeit die Spinnangel in die Hand zu nehmen. Das Verständnis der natürlichen Nahrungskette, insbesondere des ökologischen Gleichgewichtes zwischen Raub- und Friedfischen und deren natürlichen Verhaltensweisen kann in manchen Situationen das Zünglein an der Waage des Erfolges darstellen.

Sieh also nachfolgenden kleinen Erlebnisbericht zum Rapfenangeln an der Elbe als willkommene Abwechslung zum üblichen „Stipper-Latein“ auf dieser Seite.

Rapfenangeln im goldenen Oktober

Der 30. Oktober 2021 war ein heiterer Tag, der so manchen Angler noch einmal ans Gewässer lockte. Bei einer Temperatur von etwa 15 °C ließen es auch die Rapfen in der Elbe am frühen Nachmittag noch einmal richtig „krachen“. In einer kleinen sandigen Buhne unweit von Roßlau jagten sie lautstark kleinen Fischen hinterher. Eine derart in Fresslaune befindliche Schule großer Rapfen lässt das Herz jedes Spinnanglers Purzelbäume schlagen.

Christian und sein Angelfreund Jens waren, wie man so schön sagt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Sie ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen und stellten den goldglänzenden Kraftpaketen nach. Auf die Frage „Was ist rot und schnell?“ würde ein Autofan wahrscheinlich „Magnums Ferrari“ antworten. Ein Raubfischangler hingegen sieht sofort einen Rapfenköder vor seinem geistigen Auge durchs Wasser schießen. Rapfen mögen schnell geführte Köder!

Der etwa 10 cm lange und auffällig rotbraun gefärbte Gummifisch blieb keine 3 Sekunden unbemerkt. Mit ihren scharfen Augen erspähten die Torpedo-Räuber unmittelbar nach dem Auftreffen auf die Wasseroberfläche den vermeintlichen Leckerbissen und schnappten zu. Nach einem heftigen Drill mit Sprüngen und Schlägen konnte Christian den ersten Rapfen keschern. Insgesamt 3 wunderschöne Fische zwischen 60 – 65 cm konnten die beiden passionierten Spinnangler an der selben Stelle in kurzer Zeit erbeuten.

Beim Rapfenangeln zählen schnelle Köder
Beim Rapfenangeln in der Elbe hat Christian diesen schönen Fisch gefangen.

Wissenswertes zum Fang des Rapfens

Meine eigenen Erfahrungen vom Rapfenfang vor einigen Jahren bestätigen die Tatsache, dass diese geschickten Räuber bestimmte Stellen bevorzugen. Ich habe schon Rapfen in der Nähe von Wehren im tosenden Wasser rauben sehen und erbeutet. Ein seltener Fang gelang mir einmal an einem windstillen Morgen an einem See. Generell kannst du aber davon ausgehen, dass Rapfen Strömung und sauerstoffreiches Wasser bevorzugen.

Ich habe bei meinen gefangenen Rapfen meist silber- oder goldfarbene Spinner verwendet, die den Beutefischen ähneln. In einem alten DDR-Anglerbuch las ich als Kind von einem eigens zu diesem Zwecke anzufertigendem Rapfen-Blei. Dieses sollte man aus einem runden und schlanken Grundblei bauen, an das ein Drilling angehängt wurde. Rot angemalt und schnell durch das Wasser gezogen, war dieser Köder die Do-It-Yourself-Antwort auf das spärliche Angebot in unseren damaligen Angelläden. Die rote Farbe ist wahrscheinlich als Signalfarbe besonders im trüben Wasser gut zu erkennen. Im klaren Wasser wäre ein zu grelles Rot eher abschreckend, so dass du auf natürliche Farben zurückgreifen solltest.

Aber glücklicherweise haben sich die Zeiten geändert und du kannst im Angelfachgeschäft aus dem Vollen schöpfen. Wahrscheinlich gibt es mehr Variationen an Spinnködern als Rapfen in unseren Flüssen.

Weil ich ein Friedfisch-Spezialist bin, hole ich mir für den maximalen Erfolg beim Spinnfischen gerne Rat beim Raubfisch-Profi. Einen sehr lehrreichen Artikel zum Rapfenangeln mit vielen weiteren Tipps und Spinnköder-Ratschlägen findest du hier:

Wenn du wieder mal zum Stippen an deinem Fluss fährst, dann pack einfach deine Spinnangel mit ein und nutze die sich vielleicht bietende Gelegenheit zum Rapfenangeln.

Möchtest du weitere Tipps und Tricks zum professionellen Friedfisch- und Hegeangeln, dann trage dich gerne in meinen Newsletter ein. Es lohnt sich!

Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!

Ich danke an dieser Stelle ganz herzlich Christian Sanow, der mir die Informationen zu seinem Rapfenfang sowie das dargestellte Foto für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt hat.

René Schulze

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