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Montagen für die Kopfrute

Montagen für die Kopfrute

Montagen für die Kopfrute zu bauen ist keine komplizierte Sache. Wenn du noch Anfänger bist, dann zeige ich dir ein paar wichtige Regeln, die du beachten solltest. Damit baust auch du ohne Probleme erstklassige und fängige Montagen.

Die richtige Pose

Es gibt mittlerweile unzählige Posenmodelle auf dem Markt, die sich in Form, Größe und Material unterscheiden. Für den professionellen Friedfischangler ist dieses große Angebot durchaus sinnvoll, denn er kann sich je nach Gewässertyp, Zielfischart, Köder und Jahreszeit das optimale Modell auswählen.

Für dich als Neueinsteiger in das Friedfischangeln sind zunächst nur die Posenform und die Tragkraft entscheidend für den Bau deiner Montagen für die Kopfrute.

In stehenden Gewässern brauchst du schlanke Posenformen (zylindrische und ovale Posenkörper sowie schlanke Tropfen). Für das Angeln im Fluss sind Tropfen- bis Kugelformen oder Lutscherposen notwendig.

Erhöhe die Tragkraft der Posen mit zunehmender Wassertiefe und Strömung.

Stillwasserposen zum Bau von Montagen für die Kopfrute
Stillwasserposen gibt es in vielen verschiedenen Formen und Größen. [Bildquelle: © René Schulze]
Fließwasserposen zum Bau von Montagen für die Kopfrute
Fließwasserposen haben nahezu kugelförmige Posenkörper oder sind seitlich abgeflacht, um dem Strömungsdruck zu entgehen (so genannte Lutscherposen – rechts im Bild). [Bildquelle: © René Schulze]

Die richtige Schnur zum Bau von Montagen für die Kopfrute

Die Schnurstärke (für die Hauptschnur) richtet sich in erster Linie nach dem Zielfisch, den du beangeln möchtest.

Hast du einen Gummizug in deiner Kopfrute, dann federt dieser die Fluchten des Fisches ab. Für das feine Friedfischangeln in stehenden Gewässern auf Rotaugen, Rotfedern, kleine Brassen (Skimmer) usw. verwendest du dann Schnurstärken von 0,10 mm (Winter) bis 0,14 mm (warme Jahreszeit).

Für größere Friedfische und das Angeln im Fließgewässer muss deine Schnurstärke mit 0,14 mm bis 0,18 mm dann stärker gewählt werden. Unter besonderen Umständen (Angeln auf Karpfen oder sehr starke Strömung) sind auch Schnüre bis 0,25 mm sinnvoll.

Wenn du allerdings erst am Beginn deiner Stipperlaufbahn stehst, solltest du allerdings derartige Gewässer und Zielfische vorerst meiden. Du brauchst dann nämlich auch eine entsprechend starke Kopfrute, die diese Belastungen aushält sowie eine gute Portion Erfahrung.

Nimm zum Bau deiner Montagen für die Kopfrute nicht unbedingt die dünnste meiner empfohlenen Schnurstärken, wenn du noch nicht so sicher im Umgang mit der Kopfrute bist. Eine etwas stärkere Schnur ist steifer und erzeugt dadurch weniger Schnurverwicklungen.

Deine Vorfachstärke wählst du immer mindestens 0,02 mm schwächer, damit dir bei einem Hänger nicht die ganze Montage verloren geht.

Kaufe dir nicht die billigste Schnur, denn diese ist bei gleicher Tragkraft meist dicker und von schlechterer Qualität.

Bebleiung deiner Montagen für die Kopfrute

Bleiarten und -größen

Immer wieder sehe ich unerfahrene (oder gleichgültige) Angler, die riesige Bleiklumpen an ihren Montagen haben. Dass die größeren Fische dabei misstrauisch werden, liegt wohl auf der Hand.

Bei der Bebleiung sind zwei grundlegende Überlegungen wichtig:

  1. Zunächst solltest du die Gesamtoberfläche deiner Bebleiung möglichst gering halten, denn so verringerst du den Wasserwiderstand insbesondere im Fließwasser. Die Idealform wäre demnach eine einzelne Bleikugel, die genau die Tragkraft der Pose besitzt.
  2. Der zweite Gedanke ist allerdings genau so wichtig, denn im stehenden Gewässer wäre so eine dicke Kugel wenig vorteilhaft. Hier ist entscheidend, dass das Blei unauffällig aussieht. Außerdem ist es oft notwendig, die Bebleiung auseinander zu schieben, um zum Beispiel die Sinkgeschwindigkeit deines Hakenköders zu verändern. Das geht nur mit mehreren kleinen Schroten.

In den Bildern weiter unten zeige ich dir, wie du die beiden Überlegungen sinnvoll umsetzen kannst.

Zunächst gibt es für die Bebleiung deiner Montagen für die Kopfrute verschiedene Bleiarten:

Bleiarten für den Bau von Montagen für die Kopfrute
Mit diesen 4 Bleiarten kannst du perfekte Montagen bauen. [Bildquelle: © René Schulze]

Die wichtigste Bleiart sind die Schrote, denn diese verwendest du an fast jeder Montagenart. Im Handel gibt es eine sehr große Vielfalt zu kaufen. Leider sind nicht alle qualitativ hochwertig.

Bleischrote im Spender
Markenhersteller haben meist eine gute Schrot-Qualität. [Bildquelle: © René Schulze]

Wichtig ist, dass die Schrote nicht zu hart sind und die kleine Kerbe so sauber und tief ist, dass die Schnur nach dem Zusammendrücken genau durch die Mitte des Schrotes verläuft (siehe Abbildung).

Bleischrote von guter Qualität
2 Schrote von guter Qualität [Bildquelle: © René Schulze]

Muster für Still- und Fließwasser-Montagen

Wie du auf dem vorletzten Bild siehst, sind die Bleischrote im Plastikspender nach Größen sortiert und mit Nummern versehen. Jede Größe hat eine bestimmte Masse, die je nach Hersteller leicht abweichen kann. Mit diesen Angaben kannst du schon vorher berechnen, wie viele Schrote du für deine Pose in etwa brauchst.

Entsprechend der Gewässerart musst du verschiedene Bebleiungsmuster verwenden. Folgende Abbildung zeigt zwei typische Varianten, wie du im stehenden Gewässer deine Pose bebleien kannst.

Bebleiung im stehenden Gewässer
Bebleiung im stehenden Gewässer [Bildquelle: © René Schulze]

Das Bissanzeigeschrot (Biss-Schrot) hat die Aufgabe, Hebebisse anzuzeigen. Wenn der Fisch den Hakenköder ins Maul nimmt und dann den Kopf hebt, wird das Bisschrot entlastet und die Posenspitze taucht etwas weiter aus dem Wasser. Bei solchen Hebebissen musst du einen Anhieb setzten.

Wenn du Posen über 1,5 g Tragkraft verwendest, dann solltest du für deine Montagen für die Kopfrute anstelle der viele Schrote eine Olivette einbauen.

Im Fließgewässer nimmst du am besten ein Tropfenblei und zwei Bissschrote unterhalb dieser Hauptbebleiung. Klemme unter- und oberhalb des Tropfenbleis ebenfalls ein Schrot an, damit sich dieses nicht verschiebt:

Bebleiung im Fließgewässer
Bebleiung im Fließgewässer [Bildquelle: © René Schulze]

Auf dieser Abbildung siehst du auch zwei leicht verschiedene Varianten. Falls du einmal in einem Fluss mit groben Steinschüttungen am Grund angelst (z.B. Elbe), dann bleibt dein Tropfenblei manchmal am Grund hängen. Wenn dann die Schnur oberhalb der Pose reißt, kann das ganz schön teuer werden. Baue deine Montage dann wie in der unteren Abbildung. Der Wirbel entschärft den Propeller-Effekt, den dein Hakenköder in der Strömung verursachen kann.

Befestigung deiner Pose

Beim Bau deiner Montage beginnst du zuerst mit dem Auffädeln der Pose auf der Schnur. Führe die Schnur zuerst durch die Schnuröse und dann durch 3 bis 4 Posenringe (siehe Abbildung). Schiebe nun den Posenkiel durch die Ringe.

Posenbefestigung an der Schnur
Posenbefestigung an der Schnur [Bildquelle: © René Schulze]

Die Pose deiner Montagen für die Kopfrute muss fest auf der Schnur sitzen, sich aber trotzdem mit der Hand verschieben lassen. Wenn das zu leicht geht, dann nimm engere Posenringe oder längere.

Der letzte Ring am Ende des Posenkiels muss länger sein und über das Ende hinausragen. Damit verfängt sich die Schnur nicht am Posenkiel, was sonst häufiger passiert.

Die richtigen Schrote deiner Montagen für die Kopfrute

Wenn du noch nicht so viel Erfahrung hast, dann wird es dir vielleicht schwer fallen, die einzelnen Schrotgrößen auseinander zu halten. Falls dir beim Angeln ein Schrot abfällt, dann ist es gar nicht so einfach, dieses zu ersetzen, wenn du deine Montagen aus vielen verschiedenen Größen hergestellt hast.

Aus diesem Grund rate ich dir zu folgender Vorgehensweise:

Top-Tipp:
Verwende für deine Montagen für die Kopfrute nur Bleischrote mit geraden Größennummern oder nur ungeraden. Stelle deine Hauptbebleiung mit ein und derselben Schrotgröße her (z.B. Größe 8) und nimm für die Bissschrote 2 Stück der nächst kleineren geraden Größe (Größe 10 in unserem Beispiel).

Wenn dir jetzt ein Blei verloren geht, weißt du ganz genau, welche Größe es hatte. In der folgenden Abbildung siehst du noch einmal die Größenunterschiede der Schrote.

Schrotgrößen zum Bau deiner Montagen für die Kopfrute
Die geraden Schrotgrößen kannst du leicht auseinander halten. [Bildquelle: © René Schulze]

Befestigung der Bleischrote

Für die weiteren Handgriffe brauchst du nur wenige Werkzeuge.

Nützliche Werkzeuge zum Montagenbau
Nützliche Werkzeuge zum Montagenbau [Bildquelle: © René Schulze]

Die Bleischrote solltest du mit einer flachen Zange ohne Riffelung anklemmen. Solche Zangen sind aber nur schwer zu bekommen. Drücke die Schrote allerdings nicht zu fest, denn sie müssen sich auf jeden Fall verschieben lassen.

Folgende Vorgehensweise hat sich bei mir bewährt:

  1. Suche entsprechend der Tragkrafttabelle der einzelnen Schrote die voraussichtlich benötigte Anzahl heraus. Nimm dabei lieber eines zu wenig als zu viel.
  2. Beginne mit dem Anklemmen der beiden Biss-Schrote, die du auf jeden Fall brauchst.
  3. Bringe nun die Schrote für die Hauptbebleiung an.
  4. Teste vor dem Anklemmen des letzten Schrotes die Tragfähigkeit im Wassereimer oder einem anderen höheren Gefäß.

Ich selbst habe mir zu diesem Zweck ein Abflussrohr mit passendem Abschluss-Deckel vom Baumarkt gekauft. Das Rohr ist 1 m lang und fasst 10 Liter Wasser. Benutze es aber nur im Freien oder stelle es in die Dusche oder Badewanne, denn es könnte umfallen.

Abflussrohr zum Austarieren der Pose
Die beiden nützlichen Teile vom Baumarkt sind preiswert zu erwerben. [Bildquelle: © René Schulze]

Höre mit der Bebleiung auf, wenn du denkst, dass ein weiteres Schrot zu schwer wäre.

Stotzbleie zur genauen Austarierung

Für die Feinjustierung nehme ich seit Jahren Stotz-Bleie. Diese zylinderförmigen weichen Bleie lassen sich leicht anklemmen, aber bei Bedarf auch wieder entfernen. Hilfreich dabei ist eine Stotz-Zange.

Stotz-Bleie zum genauen Austarieren der Posen
Stotz-Bleie sind sehr gut zur genauen Austarierung geeignet. [Bildquelle: © René Schulze]

Befestige die Stotz-Bleie über deiner Hauptbebleiung (siehe Abbildungen oben). Teste dein Ergebnis wieder im Wasserohr bis nur noch die halbe Posenantenne herausschaut. Bei Bedarf kannst du am Wasser immer noch ein weiteres Stotzblei anbringen. Beim Angeln sollte je nach Wind und Sichtverhältnissen nur noch etwa 1 cm der Posenspitze herausschauen.

Die Schnur an der Stelle, an der du die Bleie angeklemmt hast, ist unbrauchbar, weil sie beschädigt sein kann. Deshalb musst du nun die Bleischrote nach oben schieben und den gequetschten Schnurrest abschneiden.

Je nachdem, wie fest du die Schrote geklemmt hast, fällt das Verschieben mehr oder weniger leicht. Es ist sinnvoll, die Schnur vorher ein wenig anzufeuchten (Wasserrohr).

Mit folgendem kleinen Tipp erreichst du, dass sich die Schrote an deinen Montagen für die Kopfrute später leichter verschieben lassen:

Top-Tipp:
Drücke die Schnur oberhalb der Schrote mit der Zange so zusammen, dass kleine breitere Quetschbereiche entstehen. Wenn du nun die Schrote über diese Stellen nach oben schiebst, erweitert sich das Loch ein klein wenig, was die Bewegung der Schrote erleichtert.

Quetschstellen erleichtern später die Verschiebung der Schrote
Quetschstellen erleichtern später die Verschiebung der Schrote. [Bildquelle: © René Schulze]

Die richtige Position der Schrote

Verschiebe die Schrote in die Position, die in den oben abgebildeten Bebleiungsmustern gezeigt wird.

Schiebe dazu das unterste Biss-Schrot bis zur Schlaufe. Das zweite schiebst du so weit nach oben, dass der Abstand etwa 2 cm größer ist als der Abstand von untersten Bleischrot bis zum Haken. Damit vermeidest du, dass sich der Haken beim Herablassen der Montage im zweite Biss-Schrot verfängt.

Schneide dann die beschädigte Schnur ab und mache eine kleine Schlaufe. In diese wird dann das Vorfach eingehängt. Das geht sehr gut mit dem Easy-Loop. Feuchte die Schnur immer an, wenn du Schlaufen bindest.

Den Abstand vom zweiten Biss-Schrot bis zur Hauptbebleiung kannst du so gestalten, wie es der Angelsituation entspricht. Ein größerer Abstand sorgt für ein langsames Absinken deines Hakenköders kurz vor dem Grund, ein kleiner Abstand ein schnelleres.

Wenn du alle Schrote platziert hast, dann wickle die fertige Montage auf ein Wickelbrettchen. Schneide die Schnur am oberen Ende nicht zu kurz ab, wenn du nicht genau weißt, wie tief das Gewässer ist, in dem du dann angeln möchtest.

Mache am oberen Ende auch eine Schlaufe und benutze einen Gummi, um die Schnur straff auf dem Wickler zu halten. Die meisten Wickelbrettchen haben eine hohe und tiefe Seite. Verschiebe die Pose so, dass sie in der tiefen Seite des Brettchens geschützt liegt.

Wasch dir nach dem Montagenbau gründlich die Hände und befeuchte deine Finger nicht mit dem Mund. Blei ist giftig und sollte nicht in den Körper geraten. 

Tipps und Tricks zum Friedfischangeln

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag einige Ratschläge mit auf den Weg geben.

Falls du weitere kostenlose Tipps und Tricks bekommen möchtest, dann empfehle ich dir die folgenden beiden E-Books. Das E-Book zum Montagenbau beinhaltet im Gegensatz zu diesem Artikel noch weitere Tipps und Tricks:

Meine besten Tipps und Tricks habe ich für dich in diesen beiden E-Books vorbereitet:

Eine vollständige Übersicht aller meiner E-Books bekommst du hier:

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Bau deiner Montagen für die Kopfrute!

René

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