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Graskarpfen mit Pellet Waggler zu fangen ist mit der richtigen Taktik einfach. [Bildquelle: © René Schulze]

Graskarpfen mit Pellet Waggler

Graskarpfen mit Pellet Waggler

Graskarpfen mit Pellet Waggler zu fangen ist technisch super einfach und im Sommer sehr erfolgreich. Ich zeige dir in diesem Bericht meine Taktik, die auch du ganz leicht umsetzen kannst.

Wann und wo kannst du Graskarpfen mit Pellet Waggler fangen?

Der Graskarpfen (auch Weißer Amur, Grasfisch oder Chinakarpfen genannt) stammt ursprünglich aus Ostasien. Er wurde vor etwa 60 Jahren nach Europa gebracht, weil er als Pflanzenfresser zur Krautbekämpfung in unseren Gewässern eingesetzt werden sollte.

Auf Grund seiner Herkunft liebt er die sommerliche Wärme und lässt sich bei hohen Wassertemperaturen am besten fangen. Wenn du nicht weißt, ob in deinem Gewässer Graskarpfen vorhanden sind, dann mach einfach mal einen Spaziergang an einem warmen Sommertag.

Graskarpfen an der Oberflaeche
An warmen und sonnigen Tagen zeigen sich die Graskarpfen oft an der Oberfläche. [Bildquelle: © René Schulze]

Ein gezielter Fang lohnt sich dann, wenn dein Gewässer einen guten Bestand an Grasfischen hat. Das siehst du daran, dass die geselligen Tiere oft in kleinen Schulen unterwegs sind.

Graskarpfen Schwarm
Graskarpfen sind sehr gesellig und selten allein unterwegs. [Bildquelle: © René Schulze]

Die Wassertiefe sollte mindestens 70 cm betragen, besser wären mehr als 1 m. Ansonsten hast du keine echte Absinkphase der Pellets.

Für diesen Bericht fuhr ich ins idyllische Waldbad Dessau, in das vor einigen Jahren zur Krautbekämpfung zahlreiche Graskarpfen eingesetzt wurden. Eine Tageskarte ist nicht ganz billig, aber es lohnt sich. Bungalows zur Übernachtung sind auch vorhanden.

Ausrüstung zum Angeln mit dem Pellet Waggler

Angelgerät

Zum Angeln auf Graskarpfen mit Pellet Waggler brauchst du folgendes Gerät:

  • Rollenrute mit Schnurstärken zwischen 0,22 bis 0,30 mm,
  • Pellet Waggler oder andere vorbebleite Pose,
  • kräftiger Haken mit Pellet Band,
  • Katapult,
  • Rutenauflage,
  • großer Kescher.

Für meine Session verwendete ich eine stabilere Matchrute. Die Rolle bespulte ich mit 0,28 mm dicker Hauptschnur, was vielleicht etwas überdimensioniert war. Ich wusste allerdings vorher nicht genau, ob Hindernisse im Wasser waren und wollte auf Nummer sicher gehen.

Gerade beim Angel auf große Fische solltest du dein Gerät lieber stärker als zu schwach wählen. Besser einen Biss weniger haben als einen Fisch verlieren, der dann bis zum Rest seines (wahrscheinlich deutlich kürzeren) Lebens mit einem Haken im Maul herumschwimmen muss.

Nachteil einer dickeren Schnur sind allerdings deutlich schlechtere Wurfeigenschaften. Diese lassen sich aber mit einem Waggler höherer Tragkraft gut ausgleichen.

Um die dickere Hauptschnur zu verbergen, verwendete ich ein 50 cm langes Vorfach aus 0,25 mm starker Schnur. Daran band ich einen dickdrähtigen 10er Haken.

Wähle den Haken nicht zu groß, denn er soll neben dem kleinen Pellet möglichst unauffällig sein. Es ist ratsam, zwischen Vorfach und Hauptschnur einen kleinen Wirbel zu schalten, um eine Verdrallung beim Einkurbeln zu vermeiden.

Ich habe für meine Angeltour einen Pellet Waggler verwendet. Dieser ist bereits komplett bebleit und braucht daher keinen zusätzliche Beschwerung. Er wird wie auf dem Bild zu sehen auf der Hauptschnur montiert.

Montage eines Pellet Wagglers
Die Montage eines Pellet Wagglers ist ziemlich einfach, weil ein Austarieren nicht notwendig ist. [Bildquelle: © René Schulze]

Köder

Eigentlich reicht zum Angeln von Graskarpfen mit Pellet Waggler eine einzige Sorte Hard Pellets. Wenn du dir eine Tüte der Größe 6 mm kaufst, dann kannst du damit mindestens 2 Tage angeln gehen. Weil ich häufiger, zum Beispiel auch an der Kopfrute Pellets verwende, habe ich verschiedene Größen mitgebracht.

Pellets zum Angeln mit Pellet Waggler
Mit verschieden großen Pellets hast du mehr Optionen, wenn schwierigere Bedingungen herrschen. [Bildquelle: © René Schulze]

Wenn du beispielsweise Gegenwind hast, sind 8 mm Pellets günstiger, weil du sie besser und weiter schießen kannst.

Richtige Befestigung eines Pellets am Haken.
Richtige Befestigung eines Pellets am Haken. [Bildquelle: © René Schulze]

Die Beköderung erfolgt am besten mit einem Pellet Band. Es gibt auch fertige Haken zu kaufen, die ein Haar (kleine Schnur am Haken, an der das Pellet Band befestigt ist) besitzen. Diese Vorfächer sind aber eher für das Angeln am Grund gedacht.

Stich auf jeden Fall den Haken durch das Pellet Band. Erstens verlierst du es nicht, wenn sich das Pellet löst. Zweitens verrutscht es nicht so leicht am Hakenbogen.

Allgemeine Taktik beim Angeln auf Graskarpfen mit Pellet Waggler

Prinzipiell ist die beschriebene Methode die gleiche wie zum Angeln auf echte Karpfen mit dem Pellet Waggler.

Zu Beginn des Angelns solltest du zunächst einmal probieren, wie weit du mit deiner Schleuder die Pellets überhaupt noch genau schließen kannst. Probiere es mit maximal 5 Pellets aus, mehr brauchst du während des Angelns nicht.

Du solltest dich stets an der Regel orientieren: „So nah wie möglich und so weit wie nötig.“

Je weiter dein Angelplatz nämlich weg ist, desto ungenauer wirst du deine Pellets später schießen. Wenn du Pech hast, fängst du dann keinen einzigen Fisch. Gut wäre es, wenn du ein Quadrat von 2 m x 2 m triffst, in deren Mitte deine Pose ist.

Ideal sind 1 m x 1 m, was du locker schaffen kannst, wenn deine Angelentfernung nicht zu groß ist. Optimal wären etwa 15 m.

Das Schießen der Pellets

Wenn du in deiner nun idealen Entfernung Karpfen an der Oberfläche siehst oder auch nur weißt, dass sie da sind, dann gehe wie folgt vor:

Stelle die Pose (je nach Wassertiefe) mitteltief ein und wirf die Angel aus. Verwende auf keinen Fall einen Schnurclip, denn dann kannst du im Drill keine Schnur nachgeben. Ein Schnurmarker leistet hier gute Dienste. Hast du ein gutes Gefühl für die stets gleiche Wurfweite, dann ist das auch völlig ausreichend.

  1. Wirf die Angel aus und lege sie in deine Rutenablage. Diese sollte so nah in Reichweite liegen, dann du sie innerhalb einer Sekunde nach dem Biss greifen und einen Anhieb setzen kannst.
  2. Schieße nun etwa 3 bis 4 Pellets mit der Schleuder so nah wie möglich an deine Pose. Wiederhole das Schießen sofort danach erneut. Ziel ist es, dass in der ersten Phase des Angelns STÄNDIG Pellets herabregnen. Das machst du so lange, bis du den ersten Biss bekommst.
  3. Wenn sich keine Bisse einstellen, dann kontrolliere etwa alle 10 Minuten deinen Hakenköder und verändere deine Angeltiefe. Dein Köder muss in der Tiefe angeboten werden, in der die Grasfische die herabsinkenden Pellets aufnehmen.

Durch das ständige Schießen der Pellets ist gewährleistet, dass die Fische den Futterplatz auch wirklich schnell finden. Schnell kann aber auch mal bedeuten, dass du eine halbe Stunde lang ununterbrochen Pellets schießen musst. Hör nicht auf und halte durch!

Das „ploppende“ Geräusch einfallender harter Pellets lockt die Fische noch zusätzlich an. Haben sie den Platz einmal gefunden, kannst du deine Futterfrequenz auf 2 – 3 mal pro Minute verringern.

Endphase des Angelns

Gerade zu Beginn deines Pellets-Regens werden viele ungesehen am Boden landen. Hast du nun einige Fische gefangen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Graskarpfen (und anderen Fische) die Pellets am Grund gefunden haben. Diese sind jetzt auch bereits teilweise (oder vollständig) aufgeweicht und für alle Fische interessant geworden.

Aus diesem Grund ist es nun sinnvoll, einmal am Grund zu angeln. Tausche dazu einfach deinen Pellet Waggler gegen ein leichtes Bodenblei aus. Verwende nun deine Matchrute wie einen Winkelpicker oder eine Feederrute.

Matchrute als Feederrute
Eine Matchrute ist ein guter Ersatz für eine Feederrute. [Bildquelle: © René Schulze]

Wenn das Wasser nicht zu tief ist (flacher als deine Rutenlänge), dann kannst du auch einfach deine Pose auf Grundtiefe einstellen.

Meine spezielle Taktik im Dessauer Waldbad

Durch den Badebetrieb und die damit verbundene Unruhe stehen die Graskarpfen meist in der Gewässemitte des mehr als 100 m breiten Sees.

Das Dessauer Waldbad ist groß.
Zu Beginn des Angelns zeigten sich einige springende Graskarpfen in der Gewässermitte. [Bildquelle: © René Schulze]

Aus diesem Grund hätte es vermutlich lange gedauert, bis die Fische nur durch das Schießen der Pellets in Ufernähe gekommen wären. Ich musste zusätzlich den Geruchssinn der Fische ansprechen. Dazu feuchtete ich eine Tüte Grundfutter an und gab etwas süßen Lockstoff sowie einige Pellets hinzu.

Mit der Hand fütterte ich nun eine etwa 20 m entfernte Stelle an und begann dort mit der Winkelpickermethode zu angeln. Es dauerte etwa 2 Stunden, bis die Fische den Platz gefunden hatten.

Andere Angler benutzen zum Karpfenangeln in diesem Gewässer meist die wasserlöslichen PVA-Beutel und angeln in mindestens 30 bis 40 m Entfernung. Ich hatte den Ehrgeiz, die Graskarpfen mit Pellet Waggler in Ufernähe zu überlisten.

Der erste Biss war heftig und ich konnte nach 5 minütigem Drill meinen ersten Graskarpfen in diesem Gewässer fangen.

erster Graskarpfen auf Grund gefangen
62 cm lang und 3 kg schwer war der erste Graskarpfen aus dem Dessauer Waldbad. [Bildquelle: © René Schulze]

Wechsel zum Pellet Waggler

Nach dem Fang des ersten Grasfisches am Grund wechselte ich nun auf den Pellet Waggler. Diese Methode erschien mir weitaus erfolgversprechender zu sein. Graskarpfen sind von Natur aus keine Bodenfresser, was du unschwer am Maul erkennen kannst. Außerdem besteht der Gewässergrund aus Kieselsteinen, auf denen die Pellets für die Fische nur schwer zu sehen sind.

Generell sollte dir klar sein, dass der Gewässergrund NICHT der Lebensraum der meisten Fische ist. Sie suchen zwar dort oft ihr Futter, aber halten sich meist im Mittelwasser auf. Die Nahrung dort anzubieten ist eigentlich wie Frühstück im Bett ;-).

Ich begann also nach den ersten Fisch mit dem ununterbrochenen Schießen der Pellets. Meine Angeltiefe stellte ich so ein, dass der Haken im unteren Drittel des Wassers schwebte. Nach etwa 100 Schleuderschüssen tauchte meine Pose blitzartig ab und ich konnte den ersten Graskarpfen mit dem Pellet Waggler haken.

Drill und Landung

Der Drill eines Fisches darf prinzipiell nur so lange dauern, wie nötig ist, um einen Schnurbruch zu vermeiden und den Fisch sicher landen zu können. Der Fisch kämpft um sein Leben und du solltest daran interessiert sein, diesen Drill nicht in die Länge zu ziehen.

Graskarpfen sind ausdauernde Kämpfer, besonders dann, wenn die Wassertemperatur hoch ist. Ich war bemüht, die Fische nach dem Anbiss schnell und sicher zu landen:

Drill eines Graskarpfen mit Pellet Waggler
Wenn der Fisch beim Drill an die Wasseroberfläche kommt, dann kann er meist kurz danach gelandet werden. [Bildquelle: © René Schulze]
sichere Landung eines Graskarpfens
Beim Landen muss sich der Fisch durch leichtes Ziehen über den Kescher führen lassen. [Bildquelle: © René Schulze]
großer Kescher zur Landung
Ein großer Kescher ist für eine sichere Landung notwendig. [Bildquelle: © René Schulze]

Nachdem ich mit dem Pellet-Waggler noch einen zweiten Graskarpfen gefangen hatte, packte ich meine Sachen zusammen. Ich hatte mein Ziel erreicht. Sicher wäre der Fang weitere Fische einfach gewesen, aber ich weiß, wann es Zeit ist aufzuhören. Die Fische werden es mir danken.

Graskarpfen mit Pellet Waggler gefangen
Der größte der 3 Fische des Tages war 66 cm groß. [Bildquelle: © René Schulze]

Wenn du weitere Tipps und Tricks von bekommen möchtest, dann werde gerne Mitglied meiner Insider Group.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte dieses Berichtes kannst du hier als PDF kostenlos herunterladen:

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und dicke Graskarpfen.

René

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