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Angeln auf schlammigem Grund

Angeln auf schlammigem Grund

Angeln auf schlammigem Grund ist vielleicht nicht ideal, aber sehr oft notwendig. Viele unserer Gewässer sind von Bäumen umgeben und/oder der allmählichen Verlandung ausgesetzt. In beiden Fällen sammeln sich auf dem Grund oftmals organische Abfälle an, wie zum Beispiel Laub oder abgestorbene Wasserpflanzen. Die Folge ist eine dicke Schlammschicht, mit der du zurechtkommen musst. Ich zeige dir am Beispiel eines Kleingewässers, wie du mit sehr einfachen Methoden erfolgreich sein kannst.

Vorbereitungen der Köder für das Angeln auf schlammigem Grund

Kennst du das? Du schaust in deine Madendose und siehst folgendes Bild:

Caster und Maden
Die meisten Maden haben sich schon verpuppt. [Bildquelle: © René Schulze]

Dieser Anblick ist für die meisten Angler ärgerlich. Aber warum? Ich freue über die vielen Caster, denn sie sind hervorragende Köder für die meisten Friedfische. Besonders beim Angeln auf schlammigem Grund leisten sie wertvolle Dienste, wie ich dir gleich zeigen werde. Allerdings musst du noch ein paar Vorbereitungen treffen, um sie verwenden zu können.

Trennung des Maden-Caster-Gemisches

Zuerst solltest du aus diesem Maden-Caster-Gemisch die toten Maden und die Sägespäne entfernen. Am besten geht das mit einem Madensieb oder einem Futtersieb mit etwa 4 mm Maschenweite. Etwas größere Maschen funktionieren auch, aber dann musst du mehrmals sieben. Beim ersten Mal fallen dann nämlich noch einige Caster und eventuell tote Maden hindurch.

Trennung von Maden und Castern
Spezielle Madensiebe eignen sich gut zur Trennung von Maden und Castern. [Bildquelle: © René Schulze]

Am besten funktioniert das Sieben, wenn du das Gemisch auf das Sieb kippst und dann sofort ein paar Rüttelbewegungen machst. Dabei fallen die Sägespäne heraus. Stelle nun sofort einen Auffangbehälter für die Maden unter das Sieb. Diese krabbeln jetzt von ganz alleine durch die Maschen.

tote Maden und Caster
Nach dem Sieben bleiben nur noch die Caster und toten Maden auf dem Sieb. [Bildquelle: © René Schulze]

Jetzt musst du wohl oder übel mit den Fingern oder einer Pinzette die toten Maden absammeln, so dass nur noch die Caster übrig bleiben.

Am Ende trennst du mit einem alten Küchensieb die schwimmenden Caster von den sinkenden in einem Eimer mit Wasser.

Caster im Wasser trennen
Das Trennen schwimmender und sinkender Caster ist im Wasser einfach. [Bildquelle: © René Schulze]

Aufbewahrung der Köder

Nun brauchst du 3 Behältnisse. Die sinkenden Caster bewahrst du am besten im Wasserbad auf, wenn du gleich danach angeln gehen willst. Ansonsten füllst du sie in eine kleine Plastiktüte, und drehst sie so zu, dass keine überschüssige Luft mehr drin ist. Lege die Tüte nun bis zum Angeln in den Kühlschrank.
Vor dem Angeln solltest du noch einmal mit dem Küchensieb die Tauchprobe machen, ob alle Caster noch sinken.

Die schwimmenden Caster schüttest du in eine leere Madendose und verschließt sie, damit diese nicht weiter austrocknen. Lege sie ebenfalls in den Kühlschrank, wenn du erst am nächsten Tag angeln gehst.

Die lebenden Maden riechen oft noch übel nach Ammoniak. Spüle sie am besten mit dem Küchensieb im Wasser aus, lass sie kurz abtropfen und fülle sie in eine dritte Dose, in der sich etwas trockenes Grundfutter befindet. Die Maden reinigen sich im Futter selbst und riechen dann angenehm nach deinem Futteraroma.

Köder für das Angeln auf schlammigem Grund
Nach der Trennung des Gemisches hast du 3 Top Angelköder. [Bildquelle: © René Schulze]

Futter für das Angeln auf schlammigem Grund

Beim Angeln auf schlammigem Grund brauchst du kein schweres Futter. Es muss also keine extra Lehme oder Flusserde enthalten. Die benötigte Klebkraft ist davon abhängig, wie weit du deine Futterbälle werfen musst. Sie müssen schließlich die Maden und Caster zur Angelstelle befördern, ohne in der Luft auseinander zu brechen.

Beim Auftreffen auf das Wasser und in der Sinkphase soll sich der Ball allerdings auflösen. Die Einzelteile erzeugen dabei zunächst eine anziehende Futterwolke. Danach legen sie sich als feiner Teppich auf den weichen Untergrund.

Wenn du harte und feste Futterbälle herstellst, dann versinken diese mindestens bis zur Hälfte im Schlamm. Ob sie dort von vielen Fischen wahrgenommen würden, bezweifle ich stark.
In einem Gewässer mit großen Friedfischen, die den Grund aufwühlen (Schleien, Brassen, Karpfen), wären einige zusätzliche harte Bälle allerdings sinnvoll. Diese würden dafür sorgen, dass die großen Fische bei der Suche nach weiterer Nahrung lange am Platz bleiben.

Gewässer mit schlammigem Grund
Ein harter Futterball würde auf diesem Gewässerboden kaum auffallen und seine Wirkung verfehlen. [Bildquelle: © René Schulze]

Wenn du kein leichtes Futter vorrätig hast, dann nimm das, was du hast. Auch ein gut bindendes Futter kannst du mit weniger Wasser bei der Befeuchtung zu einem guten Futter für das Angeln auf schlammigem Grund verwandeln.

Wenn du in sehr klaren Gewässern und auf vorwiegend kleinere Zielfische angelst, dann färbe dein Futter dunkel. Die Kleinfische haben nämlich Scheu, sich über hellem Untergrund zu bewegen. Raubfische nehmen sie nämlich dann besser wahr.

Grundfutter-Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene

  1. Welches Grundfutter solltest du kaufen?
  2. Wie feuchtest du Grundfutter richtig an?
  3. Was musst du beim Einsatz von Lockstoffen beachten?
  4. Wie baust du deinen Futterplatz auf?
  5. Wie hältst du die Fische am Platz?

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Angelgerät und Montagen für das Angeln auf schlammigem Grund

Je nachdem, in welchem Gewässer du angeln möchtest, solltest du dein Angelgerät ein wenig anpassen. Je leichter deine Montagen sind, desto besser. Vor allem der Haken sollte nicht zu groß und schwer sein. Auch er muss sich leicht auf den Grund legen lassen und darf nicht einsinken.

Für diesen Beitrag habe ich mir ein Kleingewässer ausgesucht, welches weniger als 1 Meter tief ist. Eine 6 m – Stipprute (Whip) reichte völlig aus, um genügend weit vom Ufer entfernt zu angeln.

Durch die Wahl dieser leichten Angelrute war es mir möglich, eine einfache Stipp-Montage mit 1 g – Pose zu verwenden. Diese erlaubte mir eine sehr gute Präsentation des Köders auf dem schlammigen Grund.

Allgemein solltest du bei deinen Angel-Sessions darauf achten, immer so leicht wie möglich zu angeln. Besonders große Fische sind nicht dumm und bemerken schnell das schwere Angelzeug. Leicht bedeutet dabei in erster Linie die Tragkraft deiner Pose. Hast du große Friedfische in deinem Gewässer, dann wähle eine stärkere Schnur an leichter Pose.

Die Session

Wahl der Angelstelle

Wie erwähnt, war mein Gewässer klein und flach. Von den überhängenden Bäumen fielen bereits viele Blätter ins Wasser, denn es war bereits Ende Oktober. Das Wasser war dementsprechend klar, so dass ich etwas Deckung brauchte.

Angelstelle für das Angeln auf schlammigem Grund
Meine Angelstelle war perfekt für das Angeln mit der leichten Whip. [Bildquelle: © René Schulze]

Das Ausloten ergab eine Wassertiefe von etwa 80 cm. Normalerweise empfehle ich zum Ausloten immer ein schweres Lotblei. Weil ich das Gewässer allerdings kannte, wusste ich natürlich von dem schlammigen Grund. Demzufolge wählte ich ein leichtes Lotblei, welches nicht zu tief in den Schlamm einsank.

Nach dem Loten stellte ich die Montage noch 5 cm flacher, um die Tiefe auszugleichen, die das Lotblei mit Sicherheit im Grund versank. Ich habe das vorher im flachen Ufer-Wasser probiert, wo ich das Verhalten des Bleis einschätzen konnte.

Startfütterung

Wie oben beschrieben, stellte ich ein leichtes Grundfutter her. Vor der Startfütterung formte ich daraus zunächst 10 Bälle ohne Zugabe von Ködern. Diese sollten die Grundlage für meinen Futterteppich legen und die Fische zunächst anlocken.

Danach stellte ich noch 4 Bälle mit reichlich Ködern her. Dazu zerdrückte ich eine gute Hand voll der schwimmenden Caster mit der Hand und gab den Brei ins Futter. Das eiweißreiche Innere der Caster übt auf alle Fische einen besonderen Reiz aus, vor allem auf größere Exemplare. Gerade in der kälteren Jahreszeit mögen die Fische proteinhaltige Nahrung.

Zu dieser Mischung gab ich nun noch ein paar sinkende Caster, die ich allerdings nicht zerdrückte. Diese sollten meinem Hakenköder ähneln und die Fische zum Anbiss verleiten.

Futterbälle mit eiweißhaltigen Ködern
Diese 4 Bälle waren mit eiweißhaltigen Leckereien gespickt. [Bildquelle: © René Schulze]

Maden wollte ich zunächst nicht untermischen, denn diese hätten den Ball zu schnell zerstört. Der Hauptgrund war allerdings, dass es in meinem Gewässer unzählige Ukeleis gab. Diese hätten sich auf meinen Futterplatz gestürzt wie ein hungriges Rudel Hyänen auf eine verwundete Antilope.

Merke dir an dieser Stelle, dass lebende Maden immer die meisten Bisse bringen, du aber mit Castern die größeren Fische fängst. Und genau das war meine Absicht. Zielfische waren die etwas größeren Weißfische in meinem Gewässer mit fast ausschließlich kleinem Fischbestand.

Bälle zur Startfütterung
Die fertigen Bälle zur Startfütterung. [Bildquelle: © René Schulze]

Das Einwerfen der 10 reinen Futterbälle funktionierte wie geplant. Beim Auftreffen der Kugeln auf die Oberfläche entstand ein Regen aus Futterpartikeln und Ködern. Dieser bildete am Grund einen etwa 1 m² großen Futterteppich.

In dessen Mitte warf ich die 4 Bälle mit Ködern, die das Fangzentrum bilden sollten.

Futterbälle zerplatzen an der Wasseroberfläche
Die Futterbälle zerplatzten wie geplant an der Wasseroberfläche. [Bildquelle: © René Schulze]

Die ersten Fische

Es dauerte weniger als eine Minute bis die Pose das erste Mal abtauchte. Wie so oft war ein Rotauge der ersten Fisch des Tages.

Rotauge beim Angeln auf schlammigem Grund
Dieses schöne Rotauge überlistete ich mit einem Caster. [Bildquelle: © René Schulze]

Als Hakenköder verwendete ich von Anfang an Caster, zu Beginn zunächst sinkende. Ich wollte dadurch verhindern, dass der Haken zu langsam sinkt und gleich von Ukeleis attackiert wird. Diese waren mit Sicherheit bereits am Platz, um nach den immer noch aufsteigenden Minipartikeln der Startfütterung zu schnappen.

Nach zwei weiteren Rotaugen wagte ich es, zur Probe eine Made an den Haken zu hängen. Prompt fing ich einen Ukelei, der wie kein anderer Fisch auf das magische Weiß einer sinkenden Made steht.

Ukelei mit Made gefangen
Ein Ukelei schnappte sich die erste Made. [Bildquelle: © René Schulze]

Genau aus diesem Grund habe ich auch keine toten Maden eingesetzt. Auf dem weichen Grund wären sie auch nicht eingesunken und hätten sich auch nicht eingegraben, wie es lebende Maden gerne tun.
Aber sie wären im flachen Wasser sichtbar gewesen wie die Kieselsteine bei Hänsel und Gretel, die ihnen durch ihr Funkeln in heller Mondnacht den Heimweg wiesen. Ein gefundenes Fressen für die Lauben, wie die Ukeleis auch manchmal genannt werden.

Von dieser Erfahrung geheilt, wechselte ich wieder zu den Castern. Nach einem weiteren Rotauge gesellte sich eine andere Fischart in meine Fangliste. Dieses Mal war es ein kleiner Aland. Diese Fische verbringen ihre „Kindheit“ gerne in kleinen Nebengewässern von Flüssen, weil sie dort etwas besser vor Feinden geschützt sind.

Aland mit Caster gefangen
Dieser kleine Aland war der erste „bessere“ Fisch und kam meinen Zielfischen schon sehr nah. [Bildquelle: © René Schulze]

Der richtige Köder beim Angeln auf schlammigem Grund

Schlammige und weiche Gewässerböden sind ein guter Grund, einmal genau über deine Köderpräsentation nachzudenken.
Wenn kleinere Fische über einer Futterstelle umher wuseln, dann wirbeln sie die auf dem Grund liegenden Köder auf. Große Fische, wie zum Beispiel Karpfen, machen das bewusst mit ihren Flossen. Auf diese Weise können sie die Nahrung sortieren und besser einsaugen.

Wenn du das weißt, dann verstehst du sicher auch, warum dein Hakenköder so leicht sein muss, wie die anderen am Grund liegenden Caster.
Nun hat aber dein Haken ein Eigengewicht, welches deinen Hakencaster schwerer werden lässt. Er wirbelt nicht so leicht auf und wird unter Umständen von den besseren Fischen gemieden.

Besonders beim Angeln auf schlammigem Grund ist es nun von Vorteil, einen Schwimmcaster am Haken anzubieten. Dieser bewirkt mit seinem Auftrieb, dass dein Hakenköder genau so leicht schwebt wie die Futtercaster. Dein Blei sorgt dafür, dass der Köder trotzdem schnell in Grundnähe gelangt.

Schwimmcaster am Haken
Ein Schwimmcaster am Haken sorgt für eine natürliche Köderpräsentation. [Bildquelle: © René Schulze]

Nach dieser kleinen Änderung hatte ich einen Fisch am Haken, mit dem ich nicht gerechnet hätte. Die schon in kleineren Exemplaren eher räuberisch lebenden Rapfen hatten wohl Gefallen an den Eiweiß-Pralinen gefunden.

Rapfen mit Caster gefangen
Ein schöner kleiner Rapfen nahm meinen schwebenden Caster. [Bildquelle: © René Schulze]

Nebenbei bemerkt, möchte ich an dieser Stelle die weit verbreitete Annahme widerlegen, dass große Rapfen nur Fische fressen. Ich kenne einen Kopfruten-Profi, der schon mehrere Male im Rhein diese schönen Torpedo-Räuber auf Made gefangen hat.

In meinem Mini-See ist es gut möglich, dass die kleinen Rapfen von den Kleinfischen angelockt wurden und dann nach dem Motto gehandelt haben: „Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach.“ Viele kleine Caster machen auch satt.

Résumé zum Angeln auf schlammigem Grund

In diesem Bericht habe ich dir an einem Beispiel gezeigt, wie du beim Angeln auf schlammigem Grund vorgehen solltest. Denke immer logisch nach und versuche dich in die Lebensgewohnheiten deines Zielfisches hinein zu versetzen.

Wenn die Bisse nachlassen, dann füttere kleine Portionen mit Ködern nach. Der zu Beginn angelegte Futterteppich ohne Köder ist meist für die gesamte Session ausreichend. Eine Ausnahme bilden eventuell Stellen mit Strömung. Diese haben aber im allgemeinen keinen oder nur kaum schlammigen Grund.

Ich habe übrigens noch einen weiteren kleinen Rapfen gefangen, so dass der abgebildete Fisch kein Zufallsfang war.
Alle Fische habe ich mit nur einem einzelnen Caster am Haken gefangen (mit Ausnahme des Ukeleis). Weil keine Großfische zu erwarten waren, hat diese Taktik super funktioniert. Aber das musst du je nach Gewässer selbst ausprobieren. Vielleicht hätten zwei Caster einen größeren Fisch zu Anbiss animiert.

Letzteres konnte ich leider nicht mehr herausfinden, denn ich hatte noch besonderen Besuch auf meinem Platz. Kurz vor Ende meiner geplanten Session hat ein Raubfisch mit einem gewaltigen Schwall meinen Futterplatz zerstört. In solchen Momenten ärgere ich mich dann immer, wenn ich meine Spinnangel zu Hause gelassen habe :-).

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Eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte dieses Beitrages kannst du dir wieder kostenlos als PDF downloaden.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Angeln auf schlammigem Grund.

René Schulze

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